Juli
13. Juli 2010
Junge Forscher nutzen die Projekttage an der Grundschule Fellinghausen und gehen naturwissenschaftlichen Phänomenen auf den Grund
Die dritte und vierte Klasse der Grundschule in Fellinghausen hatte vergangene Woche Gelegenheit, selbständig verschiedenen natürlichen Phänomenen auf den Grund zu gehen und diese zu erforschen. Dazu hatte Schulleiterin Annette Daschke die Pädagogin Ilona Spies mit ihrer „Kiste" in die Schule eingeladen. Bei der Kiste handelt es sich um Experimentierboxen, die unterschiedliche Gegenstände und Bücher zu Themen wie Magnetismus, Mathematik sowie Wiegen und Messen enthalten. Die Kästen stammen aus dem Projekt „KisTe" (Kinder interessieren sich für Technik), das bei Kindern Begeisterung und Interesse für Naturwissenschaften und Technik wecken will. Alle Grundschulen Siegen-Wittgensteins sollen, wenn es nach dem Projektinitiator KM:SI GmbH, der Wirtschaftsförderung der Kompetenzregion Mittelstand Siegen-Wittgenstein, geht, sukzessive mit solchen Experimentierboxen ausgestattet werden.
Als die erste Kindergruppe, bewaffnet mit Mäppchen, Kleber und Schere den Zeichensaal betritt, finden die Schüler hier zwölf Tische vor, auf denen, nach Themen sortiert, unterschiedliche Experimentiergegenständen für sie bereitliegen. Die Pädagogin Spies, die das Projekt von pädagogischer Seite her begleitet, gibt zunächst einige einleitende Hinweise zum Ablauf des Vormittages und schon verteilen sich die Schüler im neu eingerichteten Fellinghausener „Forscherlabor". Schnell ist das Prinzip begriffen und sogleich bedienten sich die kleinen Forscher ganz eifrig an den Experimentiergegenständen und beginnen, meist zu zweit oder zu dritt, mit dem Experimentieren: Dinge beobachten, Lösungen selbständig suchen und finden, neue Fragen stellen und die eigene Umgebung aus einem neuem Blickwinkel wahrnehmen ist hier das vornehmliche Ziel. Die an den Stationen bereitliegenden „Forscherbögen", bieten den jungen Forschern an, in Wort und Bild das systematisch festzuhalten, was sie vermuten, wie ihre Beobachtungen aussehen und welche Schussfolgerungen sie aus den erfahrenen Phänomenen ziehen.
Ein zusätzliches, besonderes Highlight erleben die Kinder der vierten Klassen noch am gleichen Vormittag: In ihren Klassenräumen werden sie von Physik-Studenten von Professor Oliver Schwarz, Physikdidaktiker der Siegener Universität erwartet, die sie dabei fachkundig anleiten, jeder für sich einen echten, funktionierenden Motor zu bauen! Diese große Herausforderung bestehen alle Kinder und sie dürfen ihre Motoren mit nach Hause nehmen, damit sie ihren Erfolg auch den Eltern stolz präsentieren konnten. Ermöglicht hat dies der Stiftungsvorstand Karl-Heinz Ulle aus Neunkirchen von der gemeinnützigen Rolf-Bork-Stiftung, die in diesem Jahr die notwendigen Materialien sponserte und damit sicher stellt, dass die Kinder ihr fertiges Arbeitsresultat mit Kabel und Batterien behalten können.
„Die Themen die durch die „KisTe" behandelt werden können bedienen ganz erlebnisorientiert und kindgerecht die inhaltlichen Vorgaben des Lehrplans, der nun seit 2008 gültig ist. Weil diese sich so gut in den ganz normalen Unterricht der Grundschule integrieren lassen, erleichtert die „KisTe" die pädagogische Vorbereitung für den Sach- und den Mathematikunterricht enorm! Und den Kindern macht es dabei sehr viel Spaß, sich so praktisch mit den Naturwissenschaften auseinanderzusetzen." freut sich die Pädagogin Ilona Spies, die das Projekt in den Kollegien in Form von Fortbildungen an Schulen begleitet, über die Anziehungskraft, die Naturwissenschaften besonders auf junge Menschen ausübt.
Bildunterschrift: Egal ob Mädchen oder Junge: Man sieht zufriedene und konzentrierte Gesichter bei allen Kindern der Fellinghausener Grundschule, die Kupferdraht für ihren schon fast fertigen Motor wickeln.
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