Juni
23. Juni 2010
„Landrat vor Ort" in Netphen: Das „Wir" besser leben
„Standortgespräch" mit Landrat Paul Breuer im Ratssaal im Netpher Rathaus
Mit der Frage „Wie stellen wir uns für die Zukunft auf?", startet Landrat Paul Breuer in das abendliche „Standortgespräch" im Rahmen von Landrat vor Ort in Netphen. Rund 40 Teilnehmer, überwiegend aus den Ortschaften der Stadt Netphen, nahmen an der öffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltung im Netpher Ratssaal teil. Nachdem Landrat Paul Breuer kurz über seinen Tag in Netphen berichtet hatte, sprach er schwerpunktmäßig über die Wirtschaft- und Strukturentwicklung und den Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft". Im kommenden Jahr wird die nächste Runde des Kreiswettbewerbs ausgetragen, bereits im Herbst fällt dafür der offizielle Startschuss. „Die Teilnahme am Wettbewerb ist für jeden Ort ein Gewinn, unabhängig vom späteren Abschneiden", unterstrich der Landrat. „Es geht beim Kreiswettbewerb darum, die Potentiale in unseren Ortschaften zu entdecken und einen Prozess in Gang zu bringen." Er dankte allen, die sich bereits heute für ihr Dorf engagieren. „Netphen ist neben Bad Berleburg die Stadt, die die meisten Teilnehmer in diesen Wettbewerb schickt. Netphen hat mit Beienbach bereits ein Golddorf und hat darüber hinaus noch deutlich Potential für die Zukunft! Bei diesem Wettbewerb ist der Weg das Ziel. Vielfach wird noch der Prozess der Identifizierung „Das ist mein und unser Dorf" unterschätzt." Nirgendwo ließe sich das „Wir" besser leben und die Tendenz zur Ich-Gesellschaft besser aufhalten.
Landrat Paul Breuer brauchte auch zum Ausdruck, wie sehr er sich darüber freue, dass die Region die Wirtschaftskrise gut überstanden hat und „keine größeren Zusammenbrüche zu verzeichnen sind". Er habe größten Respekt vor allen, die sich in der Krise engagiert haben. In diesem Zusammenhang verwies der Landrat auch auf die regionale Transfergesellschaft Quatro TransFair GmbH, die er gemeinsam mit dem Vorsitzenden des Arbeitgeberverband Metall Siegen-Wittgenstein und dem Geschäftsführer der IG Metall gegründet hatte.
Landrat Paul Breuer rief auch dazu auf, sich die eigenen Stärken bewusst zu machen und sie auch nach außen hin zu vertreten. „Unsere gute Zusammenarbeit hier in der Region ist ein wichtiger Standortfaktor unter dem Gesichtspunkt der Wettbewerbsfähigkeit der Regionen. Wir sind eine Technikregion im Grünen und müssen uns dessen auch bewusst sein und neue Potentiale für die Zukunft erschließen." Dabei erwähnte er unter anderem die MINT-Initiative, mit deren Hilfe Jungen und vor allem auch Mädchen schon im Kindesalter an Technik und Naturwissenschaften herangeführt werden sollen. Auch der Bereich Touristik sei für die Zukunft der Region Siegen-Wittgenstein von großer Bedeutung, sagte Landrat Paul Breuer und verwies hier auf das Wisente-Projekt, den Wanderweg Kleiner Rothaar und das Südwestfalen-Regionale-Projekt „Siegen zu neuen Ufern", die alle dem Regionalmarketing dienen. Welchen Erfolg es habe, die Region für die Umgebung attraktiver zu machen, zeigten die Radaktionstage bereits sehr deutlich, so der Landrat.
Mit der anschließenden Diskussion war auch die FELS erneut ein Thema. Landrat Paul Breuer warb dafür, diese als richtigen Schritt in eine gemeinsame Zukunft zu betrachten und so die Standortbedingungen unserer Region zu verbessern. Verkehrserschließung und Tourismus seien kein Widerspruch.
Außerdem betonte er, dass die Rettungswache in Netphen nicht nach Deuz verlegt werde. Derzeit wird ein neues Rettungskonzept für den Kreis erstellt und in diesem Zusammenhang hatte es Gerüchte gegeben. „An diesen Gerüchten ist nichts dran. Die Rettungswache in Netphen wurde erst vor kurzem neu gebaut, eine Verlegung steht nicht zur Diskussion", dementierte Landrat Paul Breuer. „Wichtig und dringend ist ein Neubau in Kredenbach. In Netphen sind die Vorgaben nach der guten Erreichbarkeit der Rettungswache auf jeden Fall erreicht."
Vor dem „Standortgespräch" stand auf dem Besuchsprogramm von Landrat Paul Breuer in Netphen bereits am Mittag ein Gespräch mit Bürgermeister Paul Wagener und den Fraktionsvorsitzenden des Stadtrates. Hier wurden aktuelle Themen und Fragestellungen diskutiert. Anschließend besuchte der Landrat mit einer kleinen Delegation die ortsansässige Firma Demler Spezialtiefbau GmbH & Co. KG. Die Firma Demler befindet sich in Familienbesitz und ist inhabergeführt. Ihre Leistungen liegen im Spezialtiefbau, wie er unter anderem nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs nötig ist. Die Firma Demler verfügt mit 12 Lehrlingen über eine hohe Ausbildungsquote und zeigt ein großes soziales Engagement in der Region.
Am Nachmittag hielt Paul Breuer in Netphen eine telefonische und persönliche Bürgersprechstunde ab, um den Bürger die Möglichkeit zu geben, mit ihren Anliegen persönlich an ihn heran zu treten.
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