Dezember
23. Dezember 2004
Arbeitsgemeinschaft im Kreis Siegen-Wittgenstein gegründet:
Arbeitslosen- und Sozialhilfe ab Januar neu organisiert
Alle Leistungen aus einer Hand, eine bessere individuelle Betreuung und eine schnellere Vermittlung in Arbeit: Die qualifizierte Arbeitsgemeinschaft (ARGE) kümmert sich ab 1. Januar 2005 im Kreis Siegen-Wittgenstein um die Grundsicherung für ehemalige Bezieher von Sozial- und Arbeitslosenhilfe sowie die Vermeidung und Beseitigung von Hilfebedürftigkeit.
Gemeinsam haben Landrat Paul Breuer, Roland Sagasser, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Siegen, und Burbachs Bürgermeister Christoph Ewers in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Bürgermeisterkonferenz im Kreishaus in Siegen das entsprechende Vertragswerk unterzeichnet. Es regelt die Auszahlung des sogenannten Arbeitslosengeldes II sowie die Eingliederungsmaßnahmen in den Arbeitsmarkt. Außerdem ist die ARGE zuständig für die Kosten für Heizung und Unterkunft, die Schuldnerberatung und Kinderbetreuung.
"Entscheidend ist, dass wir heute das Signal geben können: Jeder Hilfeempfänger nach SGB II wird Anfang Januar sein Geld erhalten! Möglich wurde dies durch die intensiven Vorbereitungen und das hohe Engagement aller Beteiligten in den Kommunen, der Agentur für Arbeit und der Kreisverwaltung - eine wahre Ochsentour, für deren Bewältigung ich mich herzlich bedanke", so Landrat Paul Breuer.
Der Vertrag regelt die Zuständigkeiten von Kreis, Kommunen und der Agentur für Arbeit Siegen.
Vorgesehen ist eine Trägerversammlung mit je 5 Mitgliedern der Agentur und des Kreises. Roland Sagasser: "Diese Trägerversammlung legt für die ARGE einen großen Teil ihrer Geschäftspolitik fest. Damit bestmögliche Ergebnisse erzielt werden, soll eine anerkannte Persönlichkeit aus dem Bereich der Wirtschaft als neutraler Vorsitzender gewonnen werden. Außerdem gehören dem Gremium ein Vertreter der Personalvertretungen und eine Vertreterin der Gleichstellungsbeauftragten der Vertragspartner an."
Ein besonderer Wunsch der Städte und Gemeinden im Kreisgebiet war es, dass die ARGE ihre Dienstleistungen für die rund 18.000 betroffenen Menschen dezentral anbietet. "Das heißt", so Christoph Ewers, "in allen Städten und Gemeinden im Kreis Siegen-Wittgenstein! Für die ARGE sind daher vier Regionalstellen vorgesehen, für jede Kommune ist eine Anlaufstelle eingerichtet".
Die Geschäftsführung wird Michael Schäfer übertragen, der in Personalunion auch Leiter der Regionalagentur der Kreise Siegen-Wittgenstein und Olpe bleibt. Die ARGE verfügt über kein eigenes Personal, sondern die Mitarbeiter werden von ihren bisherigen Arbeitgebern "entliehen". In der Startaufstellung sind ca. 119 Stellen vorgesehen. Die Kommunen werden 84 Mitarbeiter entsenden, unter denen sich zehn Mitarbeiter vom Kreis befinden, die dort zum großen Teil im Arbeitsbereich "Arbeit statt Sozialhilfe" tätig waren. Von der Agentur für Arbeit kommen 35 Mitarbeiter.
Die ARGE wird eigenständig ihre Maßnahmen und Projekte planen und sich in der Ausrichtung ihrer Geschäftspolitik an den Bedürfnissen des hiesigen Arbeitsmarktes und der heimischen Hilfeempfänger orientieren. Erste inhaltliche Schwerpunkte liegen bei den Angeboten für Hilfeempfänger unter 25 Jahren und der Gestaltung eines Siegen-Wittgensteiner Profils.
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