Kreis Siegen-Wittgenstein


Dezember

3. Januar 2005

Igel im Schnee:
Nicht jede Pflege ist die richtige

Igel erfreuen sich bei Kindern wie auch bei Erwachsenen großer Beliebtheit. Allerdings können unangebrachte Hilfsmaßnahmen Bei der Versorgung verwaister Igel können unangebrachte Hilfsmaßnahmen gesundheitliche Schäden anrichten oder sogar zum Tod führen. Gute Überwinterungsmöglichkeiten bieten den Tieren Gartenabfälle. Sie sollten deshalb liegen gelassen werden. Wenn bei Dauerfrost oder geschlossener Schneedecke ein Igel aufgefunden wird, sollte er vorsichtig aufgenommen und zum Tierarzt gebracht werden. Zur Erstversorgung kann der Igel bei Unterkühlung vorsichtig gewärmt und mit handelsüblichem Katzen- oder Hundedosenfutter und einem Schälchen Wasser gefüttert werden. Niemals (!) darf einem Igel Milch verabreicht werden. Gesunde Tiere sollten so bald wie möglich wieder frei gelassen werden.

Viel zu allgemein ist die geläufige Regel, dass ein Igel, der unter 500 Gramm wiegt, den Winter nicht überstehen kann und deshalb in menschlicher Obhut überwintern sollte. Ab welchem Körpergewicht Igel gepflegt werden sollten, darüber gehen - auch in Fachkreisen - die Meinungen deutlich auseinander.

Eine andere Möglichkeit ist die des "Durchfütterns" vor Ort. Magere Igel lernen recht schnell, wo die Schale mit dem Katzen- oder Hundefutter im Garten steht und fressen sich so den fehlenden Winterspeck an. Es gibt nur wenige andere Anlässe, bei denen Igel aktiv gepflegt werden dürfen. Einer davon: Igel werden gesichtet, wie sie im Winter tagsüber herumlaufen.

Hierbei handelt es sich oft um kranke oder untergewichtige Jungigel, die ihr Winterquartier auf der Suche nach etwas Essbarem verlassen haben. Gepflegt werden sollten selbstverständlich auch offensichtlich kranke oder verletzte Igel. In diesem Zusammenhang muss aber bedacht werden, dass Igel eine Vielzahl an äußeren und inneren Parasiten beherbergen können.

Aufgenommen werden sollten auch verwaiste Igelbabys. Entsprechende Tiere sollte man vorher genau, möglichst mehrere Stunden lang, beobachten. Junge Igel verlassen nämlich nicht selten das Nest, um die Umgebung zu erkunden. Sie kehren dann nach gewisser Zeit wieder dorthin zurück. Auch nackte, noch blinde Igeljunge, sind nur in den seltensten Fällen verlassen. Meist hat sich die Mutter für kurze Zeit vom Nest entfernt.



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