Kreis Siegen-Wittgenstein


März

10. März 2010

Neues Präventionsprojekt in Siegen-Wittgenstein: „Spaß haben - mobil bleiben"
Gleichaltrige sensibilisieren Fahrschüler für die Gefahren von Akohol und Drogen am Steuer

„Junge Erwachsene gehen in Fahrschulen, um dort mit den angehenden Autofahrerinnen und Autofahrern die Problematik von Alkohol im Straßenverkehr herauszuarbeiten, den Trink-Fahr-Konflikt deutlich zu machen, für die Gefahren von Autofahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss zu sensibilisieren und so die Fahrschüler zu einem verantwortungsvollen Verhalten im Straßenverkehr zu motivieren." Mit diesen Worten umschreibt Kreisordnungsdezernent Henning Setzer das Konzept des Alkoholpräventionsprojektes „Spaß haben - mobil bleiben".

Initiiert wurde das Projekt von der Fachstelle für Suchtprävention des Kreises, durchgeführt in Zusammenarbeit und mit Unterstützung des Kreisjugendrings, des Fahrlehrerverbands, der Verkehrswacht Siegerland-Wittgenstein und der Kreispolizei. „Das besondere an diesem Konzept ist, dass die Präventionsprogramme in den Fahrschulen von Leuten durchgeführt werden, die ungefähr genauso alt sind wie die Fahrschüler selbst", erläutert Volker Schneider von der Fachstelle für Suchtprävention des Kreises: „Diese jungen Leute kennen die Lebens- und Konfliktsituationen der Fahrschüler besonders gut, sind damit einfach näher an den jungen Erwachsenen dran und können deshalb auch mehr bewirken als ältere Referenten. Zudem kennen sie sich in der Region sehr gut aus, besuchen die gleichen Discos oder Lokale wie die Fahrschüler und sind deshalb besonders glaubwürdig."

Der Einsatz von Gleichaltrigen, von sogenannten „peers" wurde von der Fachhochschule Magdeburg-Stendal wissenschaftlich untersucht und als wirksam eingeschätzt. Der Kreisjugendring möchte vor allem erfahrene Jugendleiter für das Projekt gewinnen, da diese bereits im Umgang mit jungen Erwachsenen geschult sind und wissen, wie man mit einer Gruppe arbeiten kann. „Diese ‚peers’ werden dann von der Fachstelle für Suchtprävention des Kreises Siegen-Wittgenstein und von der Kreispolizei geschult. Sie bekommen ein ausgearbeitetes Programm und können in den Fahrschulen dann auch Materialien wie die so genannten Rauschbrillen einsetzen. Aufgesetzt haben diese Brillen auf den Träger einen ähnlichen Effekt als wenn er Alkohol getrunken hätte", erläutert Heiner Giebeler, Geschäftsführer des Kreisjugendrings und Projektkoordinator.

Grundsätzlich sollen die ‚peers’ immer als Zweier-Team auftreten. Sobald die ersten Teams geschult sind, können die Fahrschulen die peers für Schulungsabende anfordern. „Wir gehen davon aus, dass die über 60 Fahrschulen im Kreisgebiet dieses Angebot rege nutzen werden. Denn auf diese Art lässt sich das Thema Alkohol und Drogen im Straßenverkehr sehr lebensnah und für die Fahrschüler nachvollziehbar aufarbeiten. Deshalb unterstützen die heimischen Fahrschulen das Projekt auch nachdrücklich", sagt Eberhard Zeh, Vorsitzender des Fahrlehrerverbandes.

Wie wichtig die Alkohol-Prävention gerade bei Fahranfängern ist, macht Kriminalhauptkommissar Axel Heimann von der Kreispolizei deutlich: „Die 18- bis 25-Jährigen machen rund 8% der bundesdeutschen Bevölkerung aus. Aber sie sind mit 26 % an den Alkoholunfällen beteiligt. Hinzu kommt, dass gerade Alkoholunfälle überdurchschnittlich oft Schwerverletzte oder sogar Tode zur Folge haben."

Auch Rainer Scholz, Geschäftsführer der Verkehrswacht Siegerland-Wittgenstein, geht davon aus, dass „Spaß haben - mobil bleiben" ein wirksames Projekt zur Alkoholprävention ist: „Es ist wichtig, die künftigen Autofahrer bereits in der Fahrschule anzusprechen. Erfahrungsgemäß sind sie in dieser ersten Phase ihrer ‚Fahrkarriere’ besonders aufnahmebereit, da der Führerschein in dieser Situation für sie von zentraler Bedeutung ist."

Obwohl „Spaß haben - mobil bleiben" gerade erst in der Startphase ist, hat das Präventionsprojekt bereits einen privaten Förderer gefunden. Der Leitende Oberstaatsanwalt Franz Ralf Opterbeck hat einen Scheck über 1.050 Euro an die Verkehrswacht übergeben. Der Betrag war aus Anlass seines 60. Geburtstages zusammengekommen. Rainer Scholz bedankte sich für die Spende und kündigte an, dass die Verkehrswacht das Projekt „Spaß haben - mobil bleiben" mit dieser Spende und darüber hinaus tatkräftig unterstützen werde.



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