März
4. März 2010
G
iersberger Schüler profitierten vom „BIOTechnikum"
Spannende Experimente setzten „graue" Theorie in anschauliche Praxis um
Die Schüler der Waldorf- und der Gesamtschule am Giersberg hatten vergangene Woche die einmalige Gelegenheit, unter Anleitung von zwei Wissenschaftlerinnen im hochtechnisch ausgerüsteten Wissenschaftstruck ihre DNA aus Mundschleimhautzellen zu isolieren, Proteine zu analysieren oder Viren mittels spezieller Verfahren nachzuweisen.
„Plan B steht jetzt auch!" freut sich die Schülerin Leonie über ihre neu gewonnenen Erkenntnisse. „Ich möchte nach dem Abi gerne Medizin studieren und habe bereits alle Weichen entsprechend gestellt. Bislang aber wusste ich nicht, welche Richtung ich einschlagen könnte, sollte sich mein Studienwunsch wegen des hohen NC nicht erfüllen lassen! Hier, durch das Praktikum und die interessanten Vorträge, mir klar geworden, dass die Molekularbiologie ein Forschungsbereich ist, der für meine berufliche Zukunft in Frage kommt. Diesen Weg werde ich jetzt ebenfalls weiter verfolgen."
Die projektbegleitende Wissenschaftlerin Dr. Silbermann äußerte sich ganz begeistert über das umfangreiche Wissen der Schüler und Schülerinnen beider Gesamtschulen und lobt diese: "Wir haben beim Theorieteil statt der geplanten 20 nur 5 Minuten für die theoretischen Grundlagen, die für die Versuche notwendig sind, gebraucht. Die vorhandenen Kenntnisse der Schüler hier waren richtig gut! Das haben wir in dieser Form noch nicht erlebt!"
Kirsten Schlüter, Professorin an der Universität Siegen und eine der Referenten des ersten Veranstaltungsabends, sieht die Präsenz der Biotechnologie überall im Alltag des Menschen. Sie machte den Zuhörern das Studium schmackhaft, indem sie die Stationen ihrer eigenen Ausbildung vorstellte. Ihr Fazit des Tages: "Das war ja heute wie eine Weiterbildungsveranstaltung! Es gab viele interessante Aspekte, Impulse und Informationen zu dem Thema Biotechnologie!"
Reinhard Kämpfer, Geschäftsführer der KM:SI GmbH, Wirtschaftsförderung der Kompetenzregion Mittelstand Siegen-Wittgenstein, unterstützt Angebote wie das BIOTechnikum gerne, um für den naturwissenschaftlichen Nachwuchs der Region vorzusorgen. „Das Ziel ist bereits erreicht, wenn wir mit solchen Aktivitäten einige wenige Schülerinnen und Schüler erreicht haben, die sich mit dieser neuen Schlüssel-Technologie derart auseinandersetzen, dass sie darin eine mögliche Berufsperspektive für sich sehen. Wir haben jetzt schon weitere Anfragen von anderen interessierten Schulen in der Region, die ebenfalls das BioTechnikum zu sich einladen wollen. Die KM:Si GmbH wird sich also darum bemühen, das der Truck ein weiteres Mal die Region Siegen-Wittgenstein als Standort wählt."
Die Initiative „BIOTechnikum" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) ist in Kooperation mit dem nordrhein-westfälischen Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie sowie dem BIO.NRW Cluster Biotechnologie Nordrhein-Westfalen als Initiator der NRW-Tour vier Wochen lang im Land unterwegs.
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