Kreis Siegen-Wittgenstein


September

7. September 2009

„Vereinbarkeit von Pflege und Beruf" - auch ein Thema in der Personalpolitik des Kreises
Gleichstellungsbeauftragte und Personalentwicklung luden zu Information, Beratung und kollegialem Austausch ins Medien- und Kulturhaus Lÿz ein

Wo bekomme ich Unterstützung, wenn ich berufstätig bin und plötzlich zu Hause einen pflegebedürftigen Angehörigen habe? Welche Teilzeit- und Beurlaubungsmöglichkeiten gibt es bei der Kreisverwaltung? Welche Leistungen der Pflegeversicherung kann ich in Anspruch nehmen? Welche Beratungseinrichtungen gibt es in der Region? Welche Funktion haben die in allen Kommunen eingerichteten Seniorenservicestellen? Antworten auf diese und weitere Fragen fanden die rund 80 Teilnehmerinnen bei der Veranstaltung „Vereinbarkeit von Pflege und Beruf", zu der die Gleichstellungsbeauftragte Martina Böttcher und Sandra Born von der Personalentwicklung des Kreises Siegen-Wittgenstein eingeladen hatten. Im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit richtete sich das Angebot auch an Mitarbeiter der Städte und Gemeinden im Kreisgebiet.

Landrat Paul Breuer machte in seiner Begrüßung deutlich, wie wichtig es ist, sich in der aktuellen Diskussion nicht ausschließlich auf die Vereinbarkeit von Beruf und Versorgung von Kindern zu konzentrieren. „Die Herausforderungen, vor denen Berufstätige stehen, die zu Hause einen pflegebedürftigen Angehörigen zu betreuen haben, sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Hinzu kommt, dass oft weder Eintritt noch Dauer der Pflegebedürftigkeit planbar sind und die emotionale Belastung - mit Krankheit, Leid und Tod eines nahestehenden Menschen konfrontiert zu werden - für die Betroffenen hoch ist." Umso wichtiger sei es, so Breuer weiter, dass Politik und Arbeitswelt Rahmenbedingungen schaffen, die eine Vereinbarkeit zumindest erleichtern.

„Information und Austausch sind dabei wichtige Eckpfeiler zur Unterstützung", erläutern die Veranstalterinnen. Beides kam bei der Veranstaltung im Lÿz nicht zu kurz. Sandra Born und Martina Böttcher stellten eine aktuelle Informationsbroschüre vor, die speziell zum Thema „Vereinbarkeit von Pflege und Beruf" entwickelt wurde und übersichtlich konkrete, auf die Region bezogene Informationen enthält und eine erste Orientierung bietet.

Darüber hinaus wurde in Vorträgen über die Zukunftsinitiative „Leben und Wohnen im Alter", die Einrichtung der Seniorenservicestellen, das Angebot der Einzelfallberatung und die Leistungen und Möglichkeiten der Pflegeversicherung informiert. Die Seniorenservicestellen hatten im Vortragssaal Stände aufgebaut, so dass sich Interessierte in den Pausen und im Anschluss an die Veranstaltung über das spezielle Angebot in den einzelnen Kommunen informieren konnten.

Auch für Austausch und Gespräch gab es Gelegenheit. „Das war uns besonders wichtig", so Martina Böttcher und Sandra Born. „Über einen Pflegefall in der Familie wird am Arbeitsplatz eher selten gesprochen. Dabei wird die Zahl derer, die davon betroffen sind, angesichts des demografischen Wandels eher steigen. Wenn wir die Kolleginnen und Kollegen bedarfsgerecht unterstützen wollen, ist es wichtig, dass sie uns von ihrem Alltag, ihren Sorgen und Nöten erzählen, damit wir uns ein Bild machen können." Die Veranstaltung sei daher auch keine einmalige Angelegenheit, sondern nur der Auftakt für weitere Angebote zu diesem Thema.

 



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