Kreis Siegen-Wittgenstein


Juli

1. Juli 2009

Kreis Siegen-Wittgenstein setzt landesweit einmaliges Zeichen in der Jugendförderung:
Jugendhilfeausschuss stimmt Aufgabenübertragung auf den Kreisjugendring zu

Ab 1. Januar 2010 übernimmt der Kreisjugendring in Siegen-Wittgenstein vom Kreis die Aufgabe der Jugendförderung. Diese wegweisende Entscheidung hat der Jugendhilfeausschuss des Kreises in seiner jüngsten Sitzung (Dienstag, 30. Juni 2009) getroffen. Damit ist der Weg frei, ein Projekt erfolgreich zum Abschluss zu bringen, das landesweit seinesgleichen sucht. „Verwaltung und Politik setzen damit ein klares Signal, dass es ihnen ein wichtiges Anliegen ist, die Eigenständigkeit, Selbstverantwortung und Mitgestaltung des Ehrenamtes in der regionalen Jugendpolitik, Jugendhilfe und Jugendarbeit zu stärken", kommentiert Kreissozialdezernent Helmut Kneppe das Votum des Ausschusses.

Bisher ist der Kreisjugendring ausschließlich Interessensvertreter der Jugendverbände in der Region. Künftig ist er auch Leistungsanbieter im Bereich der Jugendarbeit und Jugendverbandsarbeit. So wird er künftig beispielsweise für die Mittelauszahlung an die Träger und Anbieter von Angeboten der Kinder- und Jugendarbeit zuständig sein, die Aus- und Fortbildung der haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiter übernehmen und innovative Projekte zur Weiterentwicklung der Jugendarbeit in Siegen-Wittgenstein anstoßen und begleiten. In dieser umfassenden Form ist das einmalig in Nordrhein-Westfalen. Zwar haben auch andernorts bereits Jugendringe Teilaufgaben in diesen Bereichen übernommen, aber nicht mit der Reichweite und in der Eigenverantwortung wie sie der Kreisjugendring in Siegen-Wittgenstein künftig haben wird. Das hat eine Recherche des Institutes für Sozialplanung und Organisationsentwicklung (INSO) aus Essen ergeben.

INSO hatte Kreisjugendamt und Kreisjugendring bei den vielfältigen Fragen, die sich in diesem Zusammenhang gestellt haben, begleitet. „Wir haben durch die Moderation und Begleitung von INSO ein Ergebnis erzielt, das deutlich macht, dass wir es mit der Beteiligung von freien und privaten Trägern ernst meinen und es bei uns das sogenannte Subsidaritätsprinzip weit mehr als ein politisches Lippenbekenntnis ist", sagen Bernd Zimmermann und Heiner Giebeler, die für den Kreisjugendrings federführend die Gespräche als Verhandlungspartner geführt haben, und Helmut Kneppe. Alle drei verweisen darauf, dass der Jugendhilfeausschuss vor rund vier Jahren beschlossen hat, Aufgaben soweit wie möglich auf freie und private Anbieter zu übertragen.

Karl-Hermann Schmidt, 1. Beigeordneter der Gemeinde Burbach, der als Vertreter der Städte und Gemeinden bei diesem Prozess mitgewirkt hat, freut sich insbesondere, dass die Aufgabenübertragung - wie zu Projektbeginn von den Kommunen gefordert - kostenneutral gelungen ist. „Das ist vor allem mit Blick auf die aktuelle Haushaltssituation der Städte, Gemeinden und des Kreises, die viele zur Aufgabenkritik zwingt, ein Erfolg. Damit ist die Grundlage geschaffen worden, mit denselben finanziellen Mitteln die Qualität der Jugendförderung zu sichern. Ich bin überzeugt, dass dies dem Kreisjugendring auch auf der inhaltlichen Ebene, sprich der Zusammenarbeit mit den Einrichtungen, Verbänden, Vereinen der Jugendarbeit und nicht zuletzt auch der Kinder und Jugendlichen gelingen wird", so Schmidt weiter.

Nach dem Beschluss des Jugendhilfeausschusses werden Kreisjugendamt und Kreisjugendring nun eine Leistungsvereinbarung erstellen, in der die gemeinsam erzielten Ergebnisse der Vertragsverhandlungen festgeschrieben werden.



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