Kreis Siegen-Wittgenstein


April

6. April 2009

Präventionskonzept der Kreispolizeibehörde zum Thema "Drogen im Straßenverkehr" erfolgreich
Polizeidirektor Bergmann: "Innerhalb einer Woche über 3.000 Schüler erreicht !"

Im Rahmen der landesweiten Kampagne "Donìt drug und drive" führte die Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein in dieser Woche eine sog. Schwerpunktaktion zur Bekämpfung der Drogenproblematik im Straßenverkehr durch.

Beteiligt an der intensiv vorbereiteten polizeilichen Aktion waren sowohl Beamte der Siegener Polizeiinspektion als auch Beamte des Kommissariats Vorbeugung.

Dabei diente die Aktion gleich zweierlei Zwecken: Zum einen sollten möglichst viele junge Menschen über gezielte Informationsveranstaltungen an den berufsbildenden Schulen im Stadtgebiet präventiv über die akuten Gefahren des Drogenkonsums im Zusammenhang mit dem Führen von Kraftfahrzeugen aufgeklärt werden. Parallel dazu erfolgten jedoch auch an zwei Tagen in der Woche repressive Schwerpunktkontrollen im engeren und weiteren Schulumfeld, bei denen jungen Autofahrer gezielt von Polizeibeamten danach kontrolliert wurden, ob sie ein Fahrzeug unter Drogeneinfluss führten.

Polizeidirektor Bergmann zog heute ein positives Resümee der polizeilichen Maßnahmen:

"Insgesamt haben wir diese Woche durch unsere Informationsveranstaltungen über 3.000 Schuler am Berufskolleg Technik erreichen können. Mit der Schule haben wir ausgezeichnet zusammengearbeitet. Die Schulleitung hat uns auch hervorragend unterstützt. Die Schüler zeigten sich nach unseren Informationsveranstaltungen sehr beeindruckt. Ich denke, man kann mit Fug und Recht sagen, dass wir unter den jungen Zuhören ein entsprechendes Problembewusstsein haben entwickeln können."

Polizeihauptkommissar Olaf Helmes von der Polizeihauptwache Siegen sowie der Leiter des Kommissariats Vorbeugung, Kriminalhauptkommissar Axel Heimann, mussten zunächst bei den von ihnen moderierten Informationsveranstaltungen mit Fingerspitzengefühl "verschlossene Türen" öffnen, um einen Zugang zu den jugendlichen Zuhörern zu finden. Denn - ausweislich einschlägiger Studien - hat zwar ein Großteil Jugendlicher und Junger Menschen Drogenerfahrungen, trotz vielfältiger Aufklärungsmaßnahmen sind jedoch die daraus resultierenden Gefahren den jungen Menschen aufgrund einer fatalen Unwissenheit eben nicht bewusst.

Polizeihauptkommissar Helmes resümiert jedoch zufrieden: "Die Schüler waren sehr überrascht zu erfahren, an welch relativ einfachen Merkmalen die Siegener Polizistinnen und Polizisten einen konkreten Drogenverdacht ermitteln können. Außerdem verfügt sie mittlerweile über sehr gute Mittel (Drogentests), um Drogenkonsum sicher nachweisen zu können. Auch waren die Jugendlichen und jungen Erwachsenen doch sehr überrascht, welch üblen Folgen auf sie zukommen können, wenn sie unter Drogeneinfluss am Steuer von der Polizei erwischt werden. Die Schlagworte "Strafermittlungsverfahren, Blutprobe, Führerscheinentzug etc. führten doch zu erstaunten Augen."

Kriminalhauptkommissar Heimann fügt noch ergänzend hinzu: "Wir haben bei unseren Vorträgen auch sog. Schockvideos eingesetzt. Viele junge Menschen werden doch sehr nachdenklich, wenn sie in einem solchen Video einen durch Drogen- oder Alkoholkonsum verursachten tödlichen Verkehrsunfall sehen. Stellt man den jungen Menschen dann noch die Frage: "" Was wäre denn eigentlich, wenn das Dein Freund oder Deine Freundin gewesen wäre?", so weicht die schon vorhandene Nachdenklichkeit mitunter sogar tiefer Betroffenheit."

Bei der Kreispolizeibehörde Siegen-Wittgenstein zählt vor diesem Hintergrund die Bekämpfung der Drogenproblematik im Straßenverkehr bereits seit Jahren zu den ausgewählten Schwerpunktzielsetzungen. Waren es im Jahr 2000 lediglich 56 unter Drogeneinfluss stehende Fahrzeugführer, die von der Polizei festgestellt wurden, so gelang es der Behörde, diese Zahl durch gezielte Fortbildungsmaßnahmen der beteiligten Polizeibeamten (sowie durch die entsprechende technisch Weiterentwicklung der verfügbaren Drogentest) diese Zahl bis zum Jahr 2008 auf über 576 zu verzehnfachen. Damit nimmt die Kreispolizeibehörde seit Jahren landesweit den Spitzenwert bei der Bekämpfung der Drogenproblematik im Straßenverkehr ein.

Polizeidirektor Bergmann abschließend: "2008 war es so, dass von landesweit durchgeführten 6195 Drogenkontrollmaßnahmen etwa jede zehnte im Bereich unser Kreispolizeibehörde getätigt wurde. Es ist aber falsch zu behaupten, dass es sich um ein rein Siegener Problem handelt, Das Problem haben alle! - Wir schauen halt viel intensiver hin und haben uns ein gutes Know-how erarbeitet. Das Innenministerium erkennt unsere intensiven Bemühungen in diesem Bereich auch an und fördert unsere diesbezüglichen Aktionen sogar."

In dieser Woche wurden bei den Kontrollmaßnahmen in engeren und weiteren Schulumfeld in Siegen insgesamt über 130 junge Fahrzeugführer kontrolliert. Sechs von ihnen standen unter akutem Drogeneinfluss. Sie mussten zwecks Blutprobe und Anzeigenerstattung mit zur Wache.



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