Kreis Siegen-Wittgenstein


März

9. März 2009

Schulsozialarbeiter unterstützt künftig die Lehrer am Berufskolleg AHS
Kooperationsvereinbarung zwischen Berufskolleg, Stadt und Kreis unterschrieben

Schwierige Schüler benötigen besondere individuelle Förderung. Um diese noch besser gewährleisten zu können, wird das Berufskolleg AHS des Kreises Siegen-Wittgenstein künftig einen Schulsozialarbeiter beschäftigen. Einen entsprechenden Vertrag über die Einrichtung dieser neuen Stelle haben jetzt Oberstudiendirektor Armin Stöhr (Schulleiter AHS), Kreissozialdezernent Helmut Kneppe und die Siegener Stadträtin Birgitta Radermacher unterzeichnet. Kreis und Stadt sind mit ihren Jugendämtern für die Sozialarbeit unter Kindern und jungen Erwachsenen zuständig.

„Die Zahl der Schüler, die professionelle Hilfe benötigen, hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Früher benötigten an den Berufskollegs fast ausschließlich Jugendliche ohne Ausbildungsplatz sozialpädagogische Hilfen. Heute gibt es diesen Betreuungs- und Beratungsbedarf vermehrt auch bei anderen Schülergruppen", berichtet Armin Stöhr aus dem Schulalltag. Diese Hilfe könne mit konventionellen pädagogischen Mitteln nicht mehr abgedeckt werden. Das Berufskolleg AHS hatte darauf in der Vergangenheit schon mit der Einrichtung eines Reflexionsraumes reagiert. „Der wird sehr gut angenommen, ist aber nur eine von vielen Maßnahmen zum Umgang mit schwierigen Schülerin in schwierigen Situationen", so Stöhr.

Die Probleme der Schüler sind in der Regel eine Mischung aus Schwierigkeiten in der Schule, Ärger mit Familie oder mit Freunden und Problemen im Ausbildungsbetrieb. „Deshalb ist die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendämtern sehr wichtig", unterstreichen Helmut Kneppe und Birgitta Radermacher. „Durch diese Kooperation wird eine enge Verzahnung von Schulsozialarbeit und Jugendsozialarbeit möglich. Auf dieser Basis können unsere Jugendämter gemeinsam mit der Schule Projekte entwickeln und Maßnahmen abstimmen", so die beiden Sozialdezernenten. Basis der Kooperation ist ein Runderlass des nordrhein-westfälischen Ministeriums für Schule und Weiterbildung.

„Schulsozialarbeit soll wie die Jugendsozialarbeit insbesondere dazu beitragen, individuelle und gesellschaftliche Benachteiligungen durch besondere sozialpädagogische Maßnahmen auszugleichen", schreibt das NRW-Schulministerium in seinem Erlass. Der Schulsozialarbeiter soll Mittler zwischen Schülern, Lehrern und anderen Hilfe anbietenden Personen sowie öffentlichen Institutionen sein. Er handelt im Interesse der Jugendlichen, berücksichtigt aber das soziale Umfeld, in dem die Jugendlichen sich bewegen. Er fördert bei Lernschwierigkeiten, Lernstörungen und Verhaltensstörungen, gibt aber auch Hilfestellungen bei besonderen Begabungen.

„Für die Jugendlichen ist es wichtig, die Maßnahme zu finden, die ihre Möglichkeiten und Interessen am Besten fördert und berücksichtigt, damit Berufsperspektiven entstehen können, die Sinn machen", so Armin Stöhr. „Andererseits ist auch Beratung und Einzelfallhilfe in schwierigen Lebenslagen und Krisen gefragt, denn hier reicht die alleinige Betreuung durch einen Lehrer schon lange nicht mehr aus. Beratung, Einzelfallhilfe und nachgehende Betreuung, wie zum Beispiel ein Kontakt zu Eltern, Betrieben und Jugendhilfeeinrichtungen, der über das Telefonieren hinausgeht, sind dringend notwendig", ergänzt Helmut Kneppe. Für Brigitta Radermacher wird auch das Kollegium von dem Schulsozialarbeiter profitieren. „Auch die Lehrer benötigen Fortbildung in den Bereichen Sonderpädagogik und erweiterte Kenntnisse im Umgang mit schwierigen Jugendlichen. Hier kann der Schulsozialarbeiter Ansprechpartner sein und entsprechendes Handwerkszeug vermitteln."

Bereits heute gibt es am Berufskolleg AHS Fördermaßnahmen in Absprache mit den Kooperationspartnern. Sie basieren auf einem gut funktionierenden Netzwerk der Schule, der Praktikumsbetriebe und der Jugendhilfe. Durch die Kooperationsvereinbarung werden diese Kooperationen auf ein neues, zukunftsfähiges Fundament gestellt. Die Stelle des Schulsozialarbeiters wird jetzt ausgeschrieben und soll schnellstmöglich besetzt werden.



zurück


Kontakt
Torsten Manges
Pressereferent
Telefon: 0271 333-2308
Telefax: 0271 333-2330
E-Mail: presse@siegen-
wittgenstein.de