Kreis Siegen-Wittgenstein


Mai

15. Mai 2008

Landräte fordern zweigleisigen Ausbau der Siegstrecke
Schäden aus dem zweiten Weltkrieg behindern Zugverkehr bis heute

Die Landräte Paul Breuer (Kreis Siegen-Wittgenstein), Michael Lieber (Kreis Altenkirchen), Frithjof Kühn (Rhein-Sieg-Kreis) und Wolfgang Schuster (Lahn-Dill-Kreis) haben ihre Forderung zum Ausbau der Siegstrecke bekräftigt. Die Landräte waren im Rahmen ihrer Gesprächsrunde „Initiative Siegstrecke" zu einem Arbeitstreffen im Kreishaus in Siegen zusammengekommen. „Nur durch einen Ausbau der Siegstrecke kann sichergestellt werden, dass die Qualität und die Attraktivität des Personenverkehrsangebotes auf dieser Strecke nachhaltig verbessert wird", so die einhellige Meinung aller Landräte.

Die Siegstrecke ist ein wesentlicher Bestandteil der Ländergrenzen überschreitenden Schienenverbindung von Mittelhessen über Südwestfalen in den Großraum Köln. Qualitative Mängel dieser Strecke führen tagtäglich dazu, dass Züge und damit die Fahrgäste verspätet in den Zentren ankommen. So bestehen 63 Jahre nach Kriegsende immer noch Engpässe, die auf Kriegsfolgen aus dem Jahr 1945 zurückzuführen sind. Es handelt sich dabei um zwei eingleisige Abschnitte im Rhein-Sieg-Kreis zwischen Hennef-Blankenberg und Eitorf-Merten sowie zwischen Windeck-Schladern und Windeck-Rosbach.

„Für Siegen-Wittgenstein ist die Rhein-Sieg-Strecke eine von drei wichtigen überregionalen Bahnverbindungen. Sie besitzt einen hohen strategischen Wert für die Entwicklung des heimischen Raumes", macht Landrat Paul Breuer deutlich. Die Region könne mit dem Zustand der Sieg-Strecke nicht zufrieden sein. Deshalb sei es richtig, die Kräfte im Dreiländereck zu bündeln und gemeinsam für einen Ausbau der wichtigen Bahnverbindung zwischen Siegen und Köln einzutreten, so Breuer.

Im Auftrag der vier Anrainer-Kreise hat das Ingenieurbüro SMA aus Zürich die Strecke untersucht, um herauszufinden, wie ihre Attraktivität gesteigert werden kann. Hierbei hat sich die begleitende Arbeitsgruppe für die Untersuchungsvariante 5 ausgesprochen, die einen durchgehenden zweigleisigen Ausbau der Strecke von Köln bis Gießen vorsieht. In diesem Rahmen wäre auch eine Sprinterverbindung Köln - Siegen mit ausgewählten Haltepunkten als Premiumprodukt oberhalb der RE 9 denkbar.

Die Investitionen für den Ausbau wurden grob auf 150 Mio. € geschätzt. Im direkten Vergleich zur Integrierten Gesamtverkehrsplanung des Landes NRW (IGVP) liegen diese Kosten jedoch unterhalb der Planungskosten der IGVP. Da die erforderlichen Flächen und Brückenwiderlager in den eingleisigen Abschnitten für die Zweigleisigkeit noch vorhanden sind, ist davon auszugehen, dass sich die Investitionen weiter reduzieren lassen. Vor diesem Hintergrund sprechen sich die Landräte dafür aus, dass der Ausbau der Siegstrecke kurzfristig im Rahmen der IGVP neu bewertet wird.



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