Kreis Siegen-Wittgenstein


Mai

6. Mai 2008

Hautkrebs - Vorbeugen ist besser als heilen:
Risikofaktoren durch umsichtiges Verhalten minimieren

„Besser als Hautkrebs behandeln zu müssen, ist es, umzulernen und dem Hautkrebs von vornherein keine Chance zu geben!" Das war die zentrale Botschaft von Dr. Stephan El Gammal, Privatdozent und Chefarzt der Hautklinik Freudenberg, bei einer Informationsveranstaltung zum Thema „Rette deine Haut! - Vorbeugen, Erkennen und Behandeln von Hautkrebs" im Medien- und Kulturhaus Lÿz. Zu diesem Vortrag hatte der Arbeitskreis Gesundheit der Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein Beschäftigte, Lehrer, Erzieher sowie Leiter von Vereinen und Jugendzentren eingeladen. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit der AOK Westfalen-Lippe und der Hautklinik Freudenberg organisiert.

An die rund 70 Teilnehmer appellierte Dr. El Gammal dringend, sich von dem vorherrschenden Schönheitsideal, dass braune Haut jugendlich, schön und begehrenswert mache sowie Ausdruck von Wohlstand sei, zu verabschieden. Dieses Ideal sei schlichtweg falsch. In Wirklichkeit ist genau das Gegenteil der Fall: übermäßige Sonneneinstrahlung ist die häufigste Ursache für Hautkrebs. Gerade jüngere Menschen sind besonders gefährdet. Der Haut ist nicht nur Licht und Wärme ausgesetzt, sondern auch der vom menschlichen Auge nicht wahrnehmbaren schädlichen UV-Strahlen. Sie dringen - je nach Wetterlage, geografischer Breite und Tageszeit - in die Haut ein und führen dort zu Schädigungen. Die Haut reagiert in solchen Situationen mit verschiedenen Schutzmechanismen, zum Beispiel indem sie braun wird. Die Bräunung ist Ausdruck eines Stresszustandes und signalisiert, dass der Körper bemüht ist, sich vor der Sonneneinstrahlung zu schützen. Überschreitet die Bestrahlung einen gewissen, abhängig vom Hauttyp unterschiedlich hohen Grenzwert, treten akute Hautschäden auf, beispielsweise Rötungen und Schwellungen, und es entsteht Sonnenbrand. Auch wenn es oberflächlich schon bald wieder aussieht als hätte sich die Haut erholt, ist in der Haut bereits eine deutliche Schädigung aufgetreten. Wiederholen sich Sonnenbrände, werden die Zellen häufiger geschädigt, kann langfristig Hautkrebs entstehen. Da Kinderhaut wesentlich empfindlicher als die von Erwachsenen ist, muss sie auch intensiver geschützt werden. „Sonnenbrände speziell im Kindes- und Jugendalter erhöhen die Gefahr, später an Hautkrebs zu erkranken, deutlich", so der Dermatologe weiter. Neben den Kindern müssen sich aber auch Menschen mit besonders empfindlicher Haut und alle, die viele angeborene Pigmentmale haben, vor der Sonne in Acht nehmen. Deshalb gab er den interessierten Besuchern der Informationsveranstaltung auch präzisierende Hinweise mit auf den Weg: wie beispielsweise möglichst im Schatten aufhalten, die Mittagssonne meiden, mit Kopfbedeckung und Kleidung vor der Sonne schützen und die nicht bedeckten Körperteile mit Sonnenschutzcreme einreiben. Zudem verwies der Dermatologe darauf, dass bei familiärer Vorbelastung, insbesondere wenn Verwandte ersten Grades an einem malignen Melanom der Haut erkrankt waren, das Risiko an einem „schwarzen Krebs" zu erkranken wesentlich erhöht ist.

„Früh erkannt ist Hautkrebs heilbar." Diese mutmachende Botschaft gab Dr. Stephan El Gammal den Teilnehmern der Informationsveranstaltung mit auf den Weg. „Regelmäßige Selbstuntersuchungen und hautärztliche Vorsorgeuntersuchungen, wie das Hautkrebs-Screening, sind daher enorm wichtig. Diese Vorsorgeuntersuchung, bei der der Hautarzt regelmäßig alle Hautmale am Körper mit einem Handmikroskop untersucht und so frühzeitig veränderte Pigmentmale (und „schwarzen Krebs") sowie „weißen Hautkrebs" feststellen kann, ist inzwischen eine Leistung der meisten gesetzlichen Krankenkassen.

Aufklärungs- und Unterrichtsmaterial für Kinder und Jugendliche im Kindergarten- und Grundschulalter sowie in den Klassen 6-10 finden Interessierte bei der Deutschen Krebshilfe unter www.krebshilfe.de



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