April
28. April 2008
Politische Spitze des LWL-Westfalenparlamentes besucht den Kreis Siegen-Wittgenstein
Landrat Paul Breuer: „Konstruktiver Dialog über gemeinsame Aufgaben"
Die Vorsitzende der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe, Maria Seifert aus Gladbeck, und ihr Stellvertreter, Aloys Steppuhn aus Lüdenscheid, trafen sich zu einem persönlichen Austausch mit Landrat Paul Breuer. Am Gespräch nahmen auch Vertreter der Verwaltung, der im Kreistag vertretenen Fraktionen und die heimischen Mitglieder der Landschaftsversammlung teil. Im Mittelpunkt des Treffens stand das vielfältige gemeinsame Engagement von Landschaftsverband und Kreis für die Menschen in Siegen-Wittgenstein.
Im Jahr 2006 hat der LWL insgesamt fast 67 Millionen Euro im Kreis Siegen-Wittgenstein ausgegeben. Der größte Teil ging dabei an behinderte und pflegebedürftige Menschen. „Mehr als 50 Millionen Euro flossen vom LWL direkt in soziale Aufgaben, vor allem in das betreute Wohnen in ambulanter und stationärer Form", so Maria Seifert. Der Kreis Siegen-Wittgenstein wird im Gegenzug in diesem Jahr 50,1 Millionen Landschaftsumlage an den LWL überweisen, das sind 20 Prozent des Gesamthaushaltes des Kreises. „Der Kreishaushalt ist ohnehin zu rund 60 % ein Sozialhaushalt. Mehr als 156 Mio. Euro fließen jedes Jahr in diesen Bereich", so Breuer. Der Landrat unterstrich die gute Zusammenarbeit zwischen Landschaftsverband und Kreis. „Dabei rede ich nicht in erster Linie über die Höhe der Landschaftsumlage, die wir zahlen müssen. Vielmehr stehen für mich die Aufgaben, die wir gemeinsam erledigen, im Mittelpunkt. Darüber führen wir einen partnerschaftlichen kritisch, konstruktiven Dialog", sagt Breuer.
Eine Aufgabe des Landschaftsverbandes ist die Förderung der Integration behinderter Menschen. Damit behinderte Kinder in Siegen-Wittgenstein gemeinsam mit ihren nicht behinderten Altersgenossen einen von 74 regulären Kindergärten besuchen können, hat der Landschaftsverband 2006 gut eine Million Euro an Zuschüssen gezahlt, sagte Maria Seifert, die auch Vorsitzende des LWL-Jugendhilfeausschusses ist. Im Kreisgebiet gehen 132 behinderte Kinder in einen Förderschulkindergarten oder eine Förderschule des LWL.
Zurzeit bezahlt der Kommunalverband 864 Wohnheimplätze für Menschen mit Behinderungen in Siegen-Wittgenstein. Weil die Zahl behinderter Menschen steigt und diese gleichzeitig selbstständiger als bisher leben wollen, soll als Alternative zu den Wohnheimen verstärkt ambulant betreutes Wohnen ausgebaut werden. Die LWL-Parlamentarier wiesen zugleich auf die weiterhin „dramatische Kostenentwicklung" in der Behindertenhilfe hin. Nach Prognosen des Kommunalverbandes werden diese Ausgaben weiter steigen. Der Grund: Die Zahl der behinderten Menschen nimmt dank höherer Lebenserwartung und dem niedrigeren Altersdurchschnitt im Vergleich zum Rest der Bevölkerung zu. „Es wird zunehmend schwierig werden, die notwendigen finanziellen Kraftakte zu schultern", warnten die Parlamentarier. Das betreute Wohnen könne den Kostenanstieg zumindest dämpfen, weil ein Heimplatz durchschnittlich 50 Euro pro Tag teurer sei als ein Platz im betreuten Wohnen, der durchschnittlich 30 Euro pro Tag kostet. Derzeit fördert der LWL 238 behinderte Menschen in Siegen-Wittgenstein, die allein oder als Gruppe in den eigenen vier Wänden außerhalb eines Heimes wohnen.
Auf die Förderung kultureller Projekte und Einrichtungen durch den LWL wies der Landrat des Märkischen Kreises Aloys Steppuhn hin. Hier sieht Landrat Paul Breuer Ansätze für eine verstärkte Kooperation. Derzeit gibt es in ganz Südwestfalen keine kulturelle Einrichtung des Landschaftsverbandes. Vor diesem Hintergrund regte Breuer eine verstärkte Zusammenarbeit etwa bei der Förderung der Philharmonie Südwestfalen oder von heimischen Museen wie das Museum für Gegenwartskunst in Siegen an.
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