Kreis Siegen-Wittgenstein


Dezember

09. Dezember 2004

Wetterbedingungen sorgen für Gerüche um die Deponie Fludersbach:
Kreis verringert Beeinträchtigungen soweit wie möglich

In den vergangenen Tagen haben die Kreisverwaltung vermehrt besorgte Anrufe von Bürgern erreicht, die sich über Geruchsbelästigungen beklagen, die von der Abfalldeponie Fludersbach ausgehen. Der Kreis ist den Beschwerden umgehend nachgegangen und hat die Emmissionen geprüft. Grund für die Geruchsbelästigungen ist die derzeit bestehende "Inversionswetterlage", so die Verwaltung in einer Mitteilung.

Die Gase, die die Gerüche verursachen, entstehen bei den natürlichen Abbauprozessen von organischen Abfällen innerhalb der Deponie. Wesentliche Gaslieferanten können Küchen- und Gartenabfälle, die seit 1998 separat verwertet werden, Papier, Pappe, die festen Abfälle aus den Kläranlagen sowie Klärschlämme, die ebenfalls schon seit mehreren Jahren anderweitig verwertet werden, sein.

Bereits Anfang der 90er Jahre entstanden auf den beiden Zentraldeponien Siegen (Fludersbach) und Netphen-Herzhausen (Winterbach) nicht nur Anlagen zur Gaserfassung, sondern auch zur Gasverwertung (Stromerzeugung).

In den Anlagen zur Gaserfassung wird durch Unterdruck das Gas abgesaugt. Obwohl diese "aktive Gasfassung" eine sehr wirkungsvolle Methode darstellt, kann von den Oberflächen, wo laufend neue Abfälle eingebaut werden, das Gas nicht vollständig erfasst werden und entweicht in die Atmosphäre. Dies ist ein Vorgang, der, solange Abfälle deponiert werden, grundsätzlich nicht abzustellen ist. Ziel des Kreises ist auch deshalb die Rekultivierung des Deponiegeländes.

Hinzu kommt, dass die heutigen Abfälle durch die gesonderten Verwertungswege von Bio- und Grünabfällen sowie Klärschlämmen wesentlich hohlraumreicher sind und sich trotz aller eingesetzter Technik nicht mehr so gut verdichten lassen. Das Gas kann somit leichter die oberen Deponieschichten durchdringen und nach außen gelangen. Die Deponie Fludersbach hat außerdem mittlerweile eine stattliche Höhe erreicht, so dass das Deponiegas und die entsprechenden Gerüche sich weiter ausbreiten können als das noch vor einigen Jahren.

Kommt dann noch eine relativ windstille und somit luftaustauscharme Wetterlage dazu, entsteht ein "Käseglockeneffekt" mit relativ starken und länger andauernden Geruchsbelästigungen. Gerade in den ersten Winterwochen verharrt die kühle Luft am Boden und kann nicht nach oben abweichen, weil über ihr eine wärmere Luftschicht liegt. Die Folge: Die kalte Luft wandert mitsamt der riechenden Gase seitlich in die Täler ab.

Wenngleich die Entstehung und Entweichung von Deponiegasen sich grundsätzlich nicht vermeiden lässt, hat der Kreis als Deponiebetreiber in der Vergangenheit etliche Maßnahmen getroffen, die Geruchsbelästigungen so minimal wie möglich zu halten.

- Die jeweils betriebene und damit offene Schüttfläche wird so gering wie möglich gehalten. Möglich macht dies die verstärkte Nutzung der Umladestation für Restmüll. Die jährlich zum Frühjahr hin einsetzende Bautätigkeit im Tiefbausektor führt zur Anlieferung größerer Bodenmengen, mit denen die für den laufenden Betrieb zeitweilig nicht mehr benötigten Flächen abgedeckt werden. Das Deponiegas wird in der Folge über das Gassammelsystem abgeführt, da ein flächiges Austreten infolge der Abdeckung unterbunden ist.

- Das Gaserfassungssystem wird dauerhaft kontrolliert und in einem einwandfreien Zustand gehalten. In der Vergangenheit wurden zudem vorzerkleinerte Grünabfälle als Geruchsfilter eingesetzt.
- Zur Eremitage hin ist eine große Dammschüttung aus Erdaushub vorgenommen worden. Dies hat dazu beigetragen, optische Beeinträchtigungen und die Auswirkungen von Geruchsimmissionen zu unterdrücken.

Am 31. Mai 2005 endet gemäß den rechtlichen Vorgaben von Bund und Land für die Zentraldeponien des Kreises die Einlagerung zur Beseitigung etwa von Rest- und Sperrmüll. Ab diesem Zeitpunkt wird verstärkt Erdaushub im Hinblick auf die Rekultivierung und Endgestaltung abgelagert. Längerfristig ist die Aufforstung mit Wald vorgesehen. Durch die fortschreitenden Abdeckungsarbeiten mit Erdaushub wird die Geruchsproblematik bis zur vollständigen Beseitigung kontinuierlich verringert. Bis dahin ist der Kreis bestrebt, die Deponie soweit wie möglich geruchlos zu betreiben.



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