Juli
9. Juli 2007
Auf den Spuren der Schmetterlinge
Wanderer und Kinder waren überrascht über die vielen Dukatenfalter und Bläulinge auf der Trupbacher Heide
Dukaten- und Feuerfalter, Argus- und Rotklee-Bläulinge, Kaisermäntel und Perlmutterfalter, Schachbrett und Ochsenaugen, Kleine Füchse und C-Falter, Distelfalter und Admirale, Grünwidderchen und Greiskraut-Bären – eine bunte Vielzahl von unterschiedlichen Schmetterlingsarten begeisterte jetzt die Teilnehmer einer Erlebniswanderung auf den Spuren der Schmetterlinge über die Trupbacher Heide. Trotz starker Bewölkung konnte Peter Fasel von der Biologischen Station Rothaargebirge während der dreistündigen Führung immerhin 25 Tagfalterarten zeigen. Auffallend häufig waren Dukatenfalter oder Argus-Bläuling zu sehen, die andernorts auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. „Eine Wanderung über die Trupbacher Heide ist auch jetzt im Juli noch interessant“, erläuterte Fasel, „wenn über den Magerrasen und die Heiden am Kirrberg die zweite Generation des Schwalbenschwanzes tanzt und balzt“. Die Eiablage und Raupenentwicklung der Sommergeneration erfolge bei uns bevorzugt auf der Kleinen Bibernelle in sonnendurchfluteten Magerrasen auf warmen Böden, so Fasel weiter.
Die Schmetterlingskundler Viktor Fieber und Rolf Twardella helfen regelmäßig mit, den Schmetterlingsbestand auf dem Truppenübungsplatz in Trupbach zu erfassen. Für diese Mitwirkung bei der Datenerfassung bedankte sich Peter Fasel herzlich. Der etwa 300 ha umfassende Truppenübungsplatz drohte nach dem Abzug der Belgier 1995 zur Brache zu werden. In Abstimmung mit der Bundeswehr und dem Bundesvermögensamt führten viele winterliche Pflegeeinsätze der „Bürgerinitiative zur Erhaltung der Trupbacher Heide“ zur Wiederherstellung vieler - wenn auch noch nicht aller - alten Heideflächen. Genauso erfolgreich verliefen die Kooperationen mit der Landwirtschaft. Durch Förderung im Kulturlandschaftsprogramm konnten Landwirt Walter Urstadt und seine Tochter Stefanie Exner aus Niederholzklau weitere 60 ha Magerrasen und Magerwiesen in extensive Bewirtschaftung zurückführen. Die sehr aufwendige und mühsame Entbuschung muss vorübergehend aber dennoch fortgesetzt werden, weil Besenginster, Adlerfarn oder Brombeeren immer noch stark austreiben. Die früher stark verbuschten Flächen werden jetzt mit Galloway-Rindern beweidet. Weil Walter Urstadt bei der Führung über den Truppenübungsplatz dabei war, ergab sich eine interessante Diskussion mit den Teilnehmern über den Zeitpunk des Mähens, die Beweidungsstärken, die Tierartenwahl und über Alternativen zur regelmäßigen Entbuschung. Denn Schmetterlinge benötigen vor allem magere, artenreiche und lückige Magerwiesen und Heiden. In der Diskussion wurde deutlich, dass zur Erhaltung einer Heide nicht die Einstellung der landwirtschaftlichen Nutzung, sondern die ständige Pflege durch Mähen oder Beweiden erforderlich ist. Teile des Truppenübungsplatzes, die auf dem Gebiet der Städte Siegen und Freudenberg sowie überwiegend in den Gemarkungen Trupbach, Alchen und Niederholzklau liegen, sind inzwischen durch zwei Naturschutzgebietsverordnungen gesichert.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Biologischen Station informierte Peter Fasel auch über die Bedeutung des Truppenübungsplatzes im Rahmen des europäischen Naturschutzes. Aufgrund der für das südliche Sauer- und Siegerland besonders vielen Heide-, Borstgrasrasen- und Magerwiesenflächen wurden die Kernbereiche der Trupbacher Heide als FFH-Gebiete vom Land NRW nach Brüssel gemeldet. Die große Zahl von Besuchern zeige, so Fasel, dass diese schöne, von Menschen geschaffene „Naturlandschaft“ als Naherholungsgebiet für viele Siegerländer, aber auch für auswärtige Wandergäste einen steigenden Stellenwert habe. Für die Teilnehmer der Wanderung wurde deutlich: Landwirtschaft, Landschaftspflege, Schmetterlingsschutz, Erholung und die Erhaltung einer abwechslungsreichen „Natur- und Kulturlandschaft“ sind machbar, wenn die Öffentlichkeit in ihrem Freizeitverhalten Rücksicht auf die Belange des Naturschutzes nimmt. Die Führung über die Trupbacher Heide war eine Kooperationsveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Schmetterlingskundler, des Naturschutzbundes (NABU), der Bürgerinitiative zur Erhaltung der Trupbacher Heide, des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Biologischen Station Rothaargebirge im Kreis Siegen-Wittgenstein.
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Auf den Spuren der Schmetterlinge
Wanderer und Kinder waren überrascht über die vielen Dukatenfalter und Bläulinge auf der Trupbacher Heide
Dukaten- und Feuerfalter, Argus- und Rotklee-Bläulinge, Kaisermäntel und Perlmutterfalter, Schachbrett und Ochsenaugen, Kleine Füchse und C-Falter, Distelfalter und Admirale, Grünwidderchen und Greiskraut-Bären – eine bunte Vielzahl von unterschiedlichen Schmetterlingsarten begeisterte jetzt die Teilnehmer einer Erlebniswanderung auf den Spuren der Schmetterlinge über die Trupbacher Heide. Trotz starker Bewölkung konnte Peter Fasel von der Biologischen Station Rothaargebirge während der dreistündigen Führung immerhin 25 Tagfalterarten zeigen. Auffallend häufig waren Dukatenfalter oder Argus-Bläuling zu sehen, die andernorts auf der Roten Liste der gefährdeten Arten stehen. „Eine Wanderung über die Trupbacher Heide ist auch jetzt im Juli noch interessant“, erläuterte Fasel, „wenn über den Magerrasen und die Heiden am Kirrberg die zweite Generation des Schwalbenschwanzes tanzt und balzt“. Die Eiablage und Raupenentwicklung der Sommergeneration erfolge bei uns bevorzugt auf der Kleinen Bibernelle in sonnendurchfluteten Magerrasen auf warmen Böden, so Fasel weiter.
Die Schmetterlingskundler Viktor Fieber und Rolf Twardella helfen regelmäßig mit, den Schmetterlingsbestand auf dem Truppenübungsplatz in Trupbach zu erfassen. Für diese Mitwirkung bei der Datenerfassung bedankte sich Peter Fasel herzlich. Der etwa 300 ha umfassende Truppenübungsplatz drohte nach dem Abzug der Belgier 1995 zur Brache zu werden. In Abstimmung mit der Bundeswehr und dem Bundesvermögensamt führten viele winterliche Pflegeeinsätze der „Bürgerinitiative zur Erhaltung der Trupbacher Heide“ zur Wiederherstellung vieler - wenn auch noch nicht aller - alten Heideflächen. Genauso erfolgreich verliefen die Kooperationen mit der Landwirtschaft. Durch Förderung im Kulturlandschaftsprogramm konnten Landwirt Walter Urstadt und seine Tochter Stefanie Exner aus Niederholzklau weitere 60 ha Magerrasen und Magerwiesen in extensive Bewirtschaftung zurückführen. Die sehr aufwendige und mühsame Entbuschung muss vorübergehend aber dennoch fortgesetzt werden, weil Besenginster, Adlerfarn oder Brombeeren immer noch stark austreiben. Die früher stark verbuschten Flächen werden jetzt mit Galloway-Rindern beweidet. Weil Walter Urstadt bei der Führung über den Truppenübungsplatz dabei war, ergab sich eine interessante Diskussion mit den Teilnehmern über den Zeitpunk des Mähens, die Beweidungsstärken, die Tierartenwahl und über Alternativen zur regelmäßigen Entbuschung. Denn Schmetterlinge benötigen vor allem magere, artenreiche und lückige Magerwiesen und Heiden. In der Diskussion wurde deutlich, dass zur Erhaltung einer Heide nicht die Einstellung der landwirtschaftlichen Nutzung, sondern die ständige Pflege durch Mähen oder Beweiden erforderlich ist. Teile des Truppenübungsplatzes, die auf dem Gebiet der Städte Siegen und Freudenberg sowie überwiegend in den Gemarkungen Trupbach, Alchen und Niederholzklau liegen, sind inzwischen durch zwei Naturschutzgebietsverordnungen gesichert.
Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit der Biologischen Station informierte Peter Fasel auch über die Bedeutung des Truppenübungsplatzes im Rahmen des europäischen Naturschutzes. Aufgrund der für das südliche Sauer- und Siegerland besonders vielen Heide-, Borstgrasrasen- und Magerwiesenflächen wurden die Kernbereiche der Trupbacher Heide als FFH-Gebiete vom Land NRW nach Brüssel gemeldet. Die große Zahl von Besuchern zeige, so Fasel, dass diese schöne, von Menschen geschaffene „Naturlandschaft“ als Naherholungsgebiet für viele Siegerländer, aber auch für auswärtige Wandergäste einen steigenden Stellenwert habe. Für die Teilnehmer der Wanderung wurde deutlich: Landwirtschaft, Landschaftspflege, Schmetterlingsschutz, Erholung und die Erhaltung einer abwechslungsreichen „Natur- und Kulturlandschaft“ sind machbar, wenn die Öffentlichkeit in ihrem Freizeitverhalten Rücksicht auf die Belange des Naturschutzes nimmt. Die Führung über die Trupbacher Heide war eine Kooperationsveranstaltung der Arbeitsgemeinschaft Rheinisch-Westfälischer Schmetterlingskundler, des Naturschutzbundes (NABU), der Bürgerinitiative zur Erhaltung der Trupbacher Heide, des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Biologischen Station Rothaargebirge im Kreis Siegen-Wittgenstein.
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