Kreis Siegen-Wittgenstein


Februar

12. Februar 2007    

Kreis Siegen-Wittgenstein beteiligt sich an Blauzungen-Forschungsprojekt
8 Schaf- und Rinderbestände werden regelmäßig untersucht
  

Für die Schafe und Rinder ist es nur ein kleiner Pieks, die Wissenschaftler versprechen sich davon aber aufschlussreiche Erkenntnisse. Regelmäßig nimmt Kreisveterinär Dr. Wilhelm Pelger rund 80 Schafen und Rindern aus acht Beständen im Kreis Siegen-Wittgenstein Blut ab. Das wird anschließend untersucht, um festzustellen, ob die Tiere den Erreger der Blauzungenkrankheit in sich tragen. Die EU hat dieses europaweite Monitoringprogramm auf den Weg gebracht. Ziel ist es zum einen, die Verbreitung der Erkrankung innerhalb der Sperrzonen zu ermitteln. Andererseits soll geklärt werden, ob Gebiete, die als blauzungenkrankheitsfrei gelten, dies auch tatsächlich sind.

„Im vergangenen Jahr hat es zwei Fälle von Blauzungenkrankheit im Kreis Siegen-Wittgenstein gegeben“, erklärt Dr. Pelger. Die Virusinfektion tritt bei Schafen, Rindern und Ziegen auf. Der Erreger wird von Stechmücken übertragen. Für Menschen ist er ungefährlich. Auch Rinder und Ziegen leiden nur kurzfristig unter den Symptomen der Krankheit. Bei Schafen kann sie aber tödlich verlaufen. Anzeichen für eine Erkrankung sind Teilnahmslosigkeit, hohes Fieber, vermehrtes Speicheln, Rötung und Schwellung der Kopfschleimhäute sowie die Schwellung und Blaufärbung der Zunge – daher auch der Name der Blauzungenkrankheit. „Weil die Blauzungenkrankheit ausschließlich von Stechmücken übertragen wird, breitet sie sich jetzt im Winter nicht weiter aus. Stechmücken sind nur bei Temperaturen von über 10 Grad aktiv“, erläutert Wilhelm Pelger. Hinzu kommt: Das Virus verschwindet nach einigen Monaten wieder vollständig aus dem Körper infizierter Tiere. „Deshalb können Bestände, in denen im Herbst die Blauzungenkrankheit aufgetreten war, jetzt wieder vollkommen krankheitsfrei sein. Auch das wollen wir mit dem Monitoring-Programm überprüfen“, erläutert Dr. Pelger.

Dennoch ist davon auszugehen, dass im Frühjahr wieder neue Fälle von Blauzungenkrankheit auftreten werden. Denn das Virus kann in den Mücken überwintern. Wenn die Temperaturen dann wieder über 10 Grad steigen, werden die Stechmücken aktiv und können Wiederkäuer erneut mit dem Virus infizieren. Geheilt werden kann die Blauzungenkrankheit nicht. Allerdings arbeiten Wissenschaftler an Schutzmaßnahmen. „Dabei geht es in erster Linie um Fliegenohrmarken“, so Wilhelm Pelger. „Die enthalten Stoffe, die die Stechmücken von den Wiederkäuern fern halten. Werden die Schafe, Rinder und Ziegen nicht mehr von Mücken gestochen, können sie sich auch nicht mehr mit der Blauzungenkrankheit infizieren“, so das Wunschszenario des Kreisveterinärs.

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