Kreis Siegen-Wittgenstein


Juli

Rothaarsteig ein starker Wirtschaftsfaktor für die Region:
Gastronomie, Handel und Dienstleistungsgewerbe profitieren von Fernwanderweg  

Der Rothaarsteig hat sich seit seiner offiziellen Eröffnung am 6. Mai 2001 zu einem starken Wirtschaftsfaktor in der Region entwickelt. Das zeigen die Ergebnisse einer vom Rothaarsteigverein in Auftrag gegebenen Studie „Wirtschaftliche Effekte durch den Tourismus am Rothaarsteig“, die nunmehr für die Region Siegen-Wittgenstein aufbereitet worden ist. „Alleine im vergangenen Jahr haben rund 1,2 Mio. Tagesausflügler und 300.000 Übernachtungsgäste die Rothaarsteigregion besucht. Der Fernwanderweg hat eine enorme Sogwirkung auf Wander- und Naturfreunde aus allen Regionen Deutschlands und darüber hinaus. Mindestens ebenso wichtig ist aber, dass sich das positiv auf die Region auswirkt“, betont Landrat Paul Breuer.

Die Ergebnisse zeigen: Wo Touristen sind, wird auch Geld verdient. Die Besucher haben im zurückliegenden Jahr knapp 33 Mio. EUR ausgegeben, von denen mit 24,3 Mio. EUR ein Großteil in die Gastronomie geflossen ist. Aber auch der Einzelhandel (5,7 Mio. EUR) und das Dienstleistungsgewerbe (2,91 Mio. EUR) haben klar vom Wandertourismus profitiert.

Das gilt auch für die Region Siegen-Wittgenstein: So verzeichnet das Landhaus Wittgenstein seit Eröffnung des Rothaarsteigs ein Umsatzplus von 25 Prozent. Wurden im Jahr 2001 noch 169 Übernachtungen von Wanderern gezählt, so waren es im Jahr 2005 mehr als 1.100 Übernachtungen. Beim Forsthaus Lahnquelle haben sich die Übernachtungszahlen vom Jahr 2000 bis zum abgelaufenen Jahr versechsfacht, wenngleich hierunter nicht nur Wandertouristen fallen. Die Pension Jokebes in Irmgarteichen verzeichnet ein Umsatzplus von 2004 auf 2005 von ca. zwölf Prozent, das wenigstens teilweise auf den Rothaarsteig zurückzuführen sein dürfte. Wurden im Jahr 2001 180 Übernachtungen gezählt, so waren es im abgelaufenen Jahr 408 – eine Steigerung von 227 Prozent! Noch entscheidender aus Sicht des Betriebes ist der deutlich gestiegene Bekanntheitsgrad durch den Rothaarsteig. Ähnlich wird das auch beim Hotel im Auerbachtal gesehen: Auch hier gab es durch den Rothaarsteig Steigerungen im Bereich der Übernachtungen und ein leichtes Umsatzplus.

Aber auch auf den örtlichen Handel hat der Wanderweg zum Teil einen durchschlagenden Erfolg. So spricht die 3F Handelsgesellschaft mbH Bad Berleburg von einer 20-prozentigen Umsatzerhöhung durch den Rothaarsteig. Eine „Kettenreaktion“: Weil die gastronomischen Betriebe mehr Gäste versorgen, kann der Großhändler mehr Lebensmittel verkaufen. „Das zeigt, dass nicht nur die unmittelbar am Rothaarsteig liegenden Unternehmen ihren Nutzen haben, sondern dass die gesamte Region gewinnt. Die positiven Effekte reichen weit über das unmittelbare Umfeld am Wanderweg hinaus“, so Bürgermeister Karl Ludwig Völkel, stv. Vorsitzender der Bürgermeisterkonferenz. Und Bürgermeister Bernd Fuhrmann, Vorsitzender des Werbeausschusses des Touristikverbandes Siegerland-Wittgenstein (TVSW), ergänzt: „Diese erfreulichen Auswirkungen des Rothaarsteigs sind langfristiger Natur. Die Studie zeigt nicht nur, dass sich über 90 Prozent der Gäste darüber bewusst sind, dass sie auf dem Rothaarsteig unterwegs sind. Sie zeigt auch, dass die Wanderer dem Rothaarsteig die Treue halten und zurückkehren. Beispielsweise war fast die Hälfte der Tagesgäste schon zwischen zwei und fünf Mal auf dem Rothaarsteig unterwegs.“

Nicht nur Gastronomie und Handel, auch Dienstleistungsbetriebe profitieren: Eckhard Sinning bietet zum Beispiel Fahrdienste für Wanderer an. Die Kilometerleistung ist von 10.000 auf 30.000 Kilometer im Jahr gestiegen. Zusätzlich mit dem Unternehmen Taxi Roth aus Bad Laasphe wird so ein Umsatz von 12.000 EUR im Jahr erreicht. Das sichert und schafft Arbeitsplätze. Insgesamt sorgt der Rothaarsteig für ca. 800 Stellen in der Region. Beispiel Forsthaus Lahnquelle: Im Jahr 2000 fiel der Entschluss, zusätzlich das Hotel Lahnblick in Bad Laasphe zu kaufen, in dem heute 15 Beschäftigte arbeiten. 2004 wurde das Landhotel am Giller in Lützel eröffnet, ein Jahr später das dortige Gästehaus. In beiden Betrieben arbeiten fünf Mitarbeiter. Das Forsthaus Lahnquelle beschäftigt noch einmal zehn weitere Mitarbeiter. Investiert wurde auch in den übrigen Betrieben. So wurde die Pension Jokebes zur Eröffnung des Rothaarsteiges zu ca. 70 Prozent renoviert. Beim Landhaus Wittgenstein wurden über zehn Jahre hinweg kontinuierlich Investitionen geleistet. Landrat Paul Breuer: „Hier treffen sich unternehmerische Weitsicht, die Bereitschaft sich mit veränderten Bedingungen zu auseinanderzusetzen und der feste Wille, auf den Kundenwillen einzugehen. Alles zusammen führt zum unternehmerischen Erfolg.“

Durch die Kooperation des TVSW mit dem Schmallenberger Gästeservice sind im Jahr 2005 insgesamt 2.753 Übernachtungspauschalen gebucht worden. Für 2006 zeichnet sich schon jetzt eine steigende Tendenz ab, so die Geschäftsführerin des TVSW, Roswitha Still. Und auch die Betriebe haben mit dem Rothaarsteig ihre Angebotsstrukturen angepasst. Das Hotel im Auerbachtal bietet verstärkt Arrangements an. Die Zusammenarbeit mit anderen Beherbergungs- und Transportbetrieben wurde verstärkt. Die Pension Jokebes bietet einen Shuttle-Service, eine maßgeschneiderte Versorgung für Wanderer und ausgiebige Beratung an. Beim Forsthaus Lahnquelle können durch den Zusammenschluss in Rothaarkammhotels Komplettangebote rund um Wandern und Wellness angeboten werden. Das Hotel im Auerbachtal und auch das Landhaus Wittgenstein arbeiteten mit speziellen Pauschalangeboten, die sehr gut angenommen werden, zum Teil mit Kooperationspartnern.

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