Zusammenfassung
Stand: Mai 2009
Im Jahr 2007 hat der Kreistag Siegen-Wittgenstein auf Initiative des Landrates strategische Kernziele für die Kreisverwaltung beschlossen. Sie umfassen im Einzelnen:
I. Standort Aktives Siegen-Wittgenstein
Entwicklung des Wirtschaftsstandortes
II. Bildung gestaltet Zukunft
Bildung, Ausbildung und Weiterbildung
Befähigung zur aktiven Teilnahme am Erwerbsleben fördern
III. Miteinander leben
Eigenständige Lebensführung und Selbstverantwortung stärken
Familiäre Strukturen, Kinderfreundlichkeit und Integrationen, auch der Generationen, fördern
IV. Lebenswertes Umfeld
Nachhaltigkeit und Ressourcen schonende sowie energieeffiziente Strukturen fördern
Steigerung der Lebensqualität
V. Gestalten statt verwalten
Handlungs- und Gestaltungsfähigkeit der Kreisverwaltung sichern und als kooperativen Partner etablieren
I. Standort Aktives Siegen-Wittgenstein
· Südwestfaleninitiative
- Im Jahr 2007 ergab eine durch die fünf südwestfälischen Kreise in Auftrag gegebene Südwestfalenstudie, dass auffällig viele Gemeinsamkeiten zwischen ihnen bestehen.
- Im Oktober 2008 wurde erstmalig ein Südwestfalentag durchgeführt. Ziel war und ist es, die Großregion Südwestfalen den Menschen näher zu bringen. Der Südwestfalentag wird daher künftig jährlich stattfinden.
- Südwestfalen präsentierte sich zudem im Herbst 2008 erstmals im Düsseldorfer Landtag mit dem Ziel, den Abgeordneten Südwestfalen als Zukunftsregion näher zu bringen.
- Es wurde ein umfassendes Kommunikationskonzept zur zielgerichteten Erhöhung des Bekanntheitsgrades sowie der Binnenidentifikation (Magazin, Newsletter, Kamingespräche, Pressearbeit) erstellt. Weitergehende Informationen hierzu sind erhältlich unter www.suedwestfalen.com und www.regionale2013. de .
· REGIONALE 2013
- Gemeinsam mit den anderen vier Kreisen in Südwestfalen hat der Kreis Siegen-Wittgenstein die REGIONALE gewonnen. Die Regionale ist ein Strukturförderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen, das im Turnus von drei Jahren einer ausgewählten Region die Möglichkeit bietet, sich zu präsentieren. Die erst in 2007 gegründete Region Südwestfalen konnte auf Anhieb mit ihrer gemeinsamen Bewerbung überzeugen und ist Ausrichter für das Jahr 2013. Für das junge Südwestfalen ist die REGIONALE auch Leistungsschau und Lernprozess.
- Die Strukturen für die Vorbereitung der REGIONALE sind unter der Beteiligung der maßgeblichen gesellschaftlichen Kräfte abgeschlossen; Die Südwestfalen Agentur GmbH wurde als zentrale Organisationsinstitution etabliert. Erste Projekte werden anhand des „Südwestfalen Kompass“ derzeit ermittelt.
- Anfang 2009 wurde die Internetseite www.suedwestfalen.com, frei geschaltet.
· Wirtschaftskrise / Konjunkturpaket II
- Durch die frühzeitige Interessenvertretung auf Landesebene und erfolgreiche Einflussnahme fließen 6,1 Mio. Euro Bundesmittel in den Kreis Siegen-Wittgenstein. Der strategische Schwerpunkt der Förderung liegt in den Bereichen Bildung und Infrastruktur. Die Maßnahmen im Überblick:
- Berufskolleg Technik: 1,77 Mio. Euro
- Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung: 755.000 Euro
- Berufskolleg Allgemeingewerbe, Hauswirtschaft und Soziales: 553.000 Euro
- Berufskolleg in Wittgenstein: 665.000 Euro
- Kreissporthalle: 162.000 Euro
- Lindenschule: 540.000 Euro
- Schule am Sonnenhang: 400.000 Euro
- Evangelisches Gymnasium des Kirchenkreises: 300.000 Euro
- Kreishandwerkerschaft: 100.000 Euro
- Technologiezentrum: 175.000 Euro
- Medien- und Kulturhaus Lÿz: 200.000 Euro
- Beteiligung Kunstturnleistungszentrum: 135.000 Euro
- Touristische Infrastruktur – Wisente-Projekt: 200.000 Euro
- Sonstige touristische Infrastruktur: 150.000 Euro
- Eine Investitions- und Stabilitätsinitiative wurde unter Einbeziehung aller maßgeblichen regionalen Akteure ins Leben gerufen, um die Folgen der Krise nachhaltig mit dem Ziel zu bewältigen, gestärkt aus der Krise hervorzugehen: Dies soll beispielsweise durch eine Kombination von Kurzarbeit mit beruflicher Qualifizierung umgesetzt werden. Dafür wurde eigenes die regionale Transfergesellschaft „Quatro-Transfair“ gegründet.
· FELS (verkehrliche Entwicklungsachse)
- Durch eine Kooperationsvereinbarung des Kreises Siegen-Wittgenstein mit dem Land Hessen konnte ein Durchbruch erreicht werden. Später traten der Kooperation auch das Land Nordrhein-Westfalen, der Kreis Olpe und die Industrie- und Handelskammer Siegen bei. Eine gemeinsame Grundlage für ein tragfähiges Konzept zwischen den Ländern NRW und Hessen fehlte als Voraussetzung für die Straßenverbindung. Daher wurde vereinbart, eine Machbarkeitsstudie für den Bau einer leistungsstarken Bundesstraße erstellen zu lassen.
- Die Studie wurde im Mai 2007 vorgestellt. Das Ergebnis: Die Bundesfernstraße ist auch unter naturschutzfachlichen Gesichtspunkten machbar!
- Das zuständige Bundesverkehrsministerium hat eine verkehrswirtschaftliche Untersuchung in Auftrag gegeben.
· KM:SI Kompetenzregion Mittelstand Siegen-Wittgenstein GmbH
- Das ins Schlingern geratene Technologiezentrum konnte erfolgreich neu aufgestellt werden. Die komplette Entschuldung der Einrichtung war erfolgreich und es konnten neue Partner gewonnen werden.
- Es entstand eine neue schlagkräftige Wirtschaftsförderungsgesellschaft „Kompetenzregion Mittelstand Siegen-Wittgenstein GmbH“ (KM:SI) mit dem Ziel die Kommunikation zwischen Unternehmen, Universität und anderen regionalen Akteuren zu verbessern.
· Verkehr: Straßenbau
- Von 2002 bis 2008 hat der Kreis 13 Mio. EUR in die Kreisstraßen investiert. Völlig entgegen dem Bundestrend wurden die Investitionen nicht nur heruntergefahren, sondern deutlich erhöht. Für 2007-2009 hat der Kreis ein Sonderprogramm von insgesamt drei Mio. EUR aufgelegt und hierfür Vermögen eingesetzt.
· Unteres Schloss in Siegen
- Das Untere Schloss wird Teil der Universität Siegen. Studierende finden hier nicht nur ein Identität stiftendes Umfeld, sondern beleben die Oberstadt der Siegener City.
· Siegener Mittelstandsakademie
- Das NRW-Innovationsministerium konnte von einer Unterstützung für die Gründung und den Aufbau der Siegener Mittelstandsakademie überzeugt werden. Die Einrichtung wird wegweisend für die Qualifizierung von Führungskräften in kleinen und mittleren Unternehmen in Südwestfalen und darüber hinaus, sein.
· Krankenhaus-Verbund
- Juristisch gestaltet sich der Verbund schwieriger als erwartet. Der Kreis Siegen-Wittgenstein ist jedoch die erste Region, die die Aufstellung eines Krankenhausverbundes plant.
- Der Kreisausschuss hat aufgrund der juristischen Probleme in einer Sondersitzung am 7. August 2008 nicht den Ausstieg aus dem Verbund, sondern einen neuen Weg zur Erreichung des Verbundes, beschlossen. Eine Managementgesellschaft wird gegründet. Der Verbund unter Einbeziehung des Kreisklinikums ist und bleibt alternativlos.
· Touristik
- Im Bereich Tourismus erfolgt die Profilierung vor allem als Südwestfalens Naturerlebnisregion.
- Die Etablierung eines Komplettpaketes von drei Radaktionstagen „Siegtal Pur“, „Eder-Bike-Tour“ und „Lahntal Total“ ist in den vergangenen Jahren erfolgt und wird von der Bevölkerung und Gästen sehr gut angenommen.
- Außerdem wurden die „WanderHöhepunkte“ links und rechts des Rothaarsteigs bei gleichzeitiger Revision der übrigen Wanderwege ausgebaut. Der Rothaarsteig wird so weiter profiliert.
- Kinder- und familienfreundliche Angebote werden erfolgreich ausgebaut. Der „Märchenweg“ an der Ilsequelle bildet den Auftakt für weitere ähnliche Angebote.
- Der Bereich medical wellness soll ausgebaut werden.
- Eine Untersuchung hat gezeigt. Der Tourismus ist ein starker Wirtschaftsfaktor mit einem Gesamtumsatz von 372 Mio. EUR im Jahr in der Region. Das Bewusstsein für die Bedeutung des Tourismus wurde weiter geschärft.
· Neuausrichtung Kreisbahn Siegen-Wittgenstein
- Mit einem
- aktiven Kostenmanagement,
- der Auslastung von Kapazitäten,
- dem Ausbau der Verkehre mit bestehenden Kunden aus der Region und
- der Anpassung der Verträge,
- mit dem Aufbau neuer, strategischer Geschäftsbeziehungen (z.B. SBB Cargo),
- dem Ausbau der Holztransporte oder etwa
- dem Verkauf unwirtschaftlicher Infrastruktur
ist die Kreisbahn auf Erfolgskurs gebracht worden. Das letzte Geschäftsjahr konnte mit einer schwarzen Null beendet werden. Zum Vergleich: In 2003 betrug der Jahresfehlbedarf mehr als 1 Mio. Euro
· Verkauf VWS
- Eine weitsichtige Entscheidung angesichts des nunmehr einsetzenden europaweiten Wettbewerbs. Das Unternehmen unterlag einem erheblichen Werteverzehr und benötigte einen strategischen Partner, um wettbewerbsfähig zu werden. Auch ordnungspolitisch war und ist eine Trennung von Aufgabenträger und Anbieter von Verkehrsleistungen richtig und wichtig.
- Durch den Verkauf bleiben den Städten und Gemeinden und damit dem Steuerzahler, jährlich Beträge in Millionenhöhe erspart, ohne dass durch die Veräußerung der Geschäftsanteile auch nur ein Bus weniger auf der Straße fährt.
- Unabhängig hiervon werden mit der Busnetzoptimierung Synergieeffekte erzielt, die dazu führen, dass Geld für andere Zwecke zur Verfügung steht.
II. Bildung gestaltet Zukunft
· Haus der Berufsvorbereitung
- Mit dem Grundsatz „Fördern und Fordern“ konnten in den vergangenen drei Jahren mehr als 400 Schüler in Ausbildung gelangen. Wichtiger Schwerpunkt dabei ist nach Forderung der mittelständischen Unternehmer die Förderung der Sekundärtugenden wie bsp. Zuverlässigkeit, Fleiß und Pünktlichkeit.
- Es handelt sich hierbei um einen zukunftsweisenden Ansatz, weil er gesellschaftliche Folgekosten erspart und von einer breiten Palette an Akteuren getragen wird.
- Die Kosten belaufen sich auf rund 1,9 Mio. EUR für drei Jahre. Der Kreis trägt mit 950.000 Euro den größten Anteil. Weitere 250.000 Euro kommen von der ARGE.
- Das Projekt ist so erfolgreich, dass es bereits Nachahmer findet: Im Kreis Olpe und darüber hinaus -.
· Förderprogramm „Ein-Topf“
- „Ein-Topf“ ist ein Modellprojekt des Landes, das durch den Kreis Siegen-Wittgenstein mit dem Ziel umgesetzt wird, die überbordende Zahl von Förderprogrammen zu reduzieren. Es richtet sich an Jugendliche, denen der direkte Einstieg ins Berufsleben nicht gelingt. Weiteres Ziel ist die Begleitung von Schülern der 8. Klasse bis an das Ende der Schulzeit, wenn sie keine Ausbildungs- oder Beschäftigungsreife erreichen können.
· ARGE
- Innerhalb kürzester Zeit gelang es Ende 2004, die ARGE zu etablieren. Seit Januar 2005 ist die gemeinsame Einrichtung des Kreises, der Städte und Gemeinden sowie der Agentur für Arbeit sehr erfolgreich für die Grundsicherung für die ehemaligen Bezieher von Sozial- und Arbeitslosenhilfe, bzw. die Vermeidung und Beseitigung von Hilfebedürftigkeit zuständig.
· Berufskollegs
- Die vier Berufskollegs Technik, Wirtschaft und Verwaltung, Allgemeines, Hauswirtschaft und Soziales in Siegen sowie das Berufskolleg Wittgenstein des Kreises leisten eine beispielhafte Arbeit. In den vergangenen sechs Jahren hat der Kreis hier mehr als 13 Mio. EUR in die infrastrukturelle und sächliche Ausstattung investiert.
- Der Bestand des Berufskollegs Wittgenstein konnte gesichert werden.
III. Miteinander leben
· Regionalmarketing Siegen-Wittgenstein neu ausgerichtet
- Das Regionalmarketing als modernes Steuerungs- und Kommunikationsinstrument wurde neu strukturiert und verfolgt die Ziele:
- einheitliches und starkes Auftreten der Region,
- Initiierung eines breiten Bewusstseinsprozesses für das Selbstverständnis der Region (Aktivierung) und
- Schaffen von Beteiligungsstrukturen.
- Die Marke „Die Menschen sind unser Kapital.“ wurde erfolgreich auf den Weg gebracht. Ein neues optisches Erscheinungsbild (corporate design) wurde in die Geschäftsausstattung der Kreisverwaltung integriert. Das Logo und die dazugehörige Nutzungsrichtlinie sind kostenlos erhältlich und verwendbar.
· Die Zukunftskonferenz Siegen-Wittgenstein ist das zentrale Instrument des Regionalmarketings zur Initiierung eine
gesamtgesellschaftlichen Entwicklungs- und Gestaltungsprozesses
- Die Auftaktveranstaltung am 2. Mai 2008 in Achenbach-Buschhütten mit mehr als 200 Teilnehmern und den Ministern Dr. Andreas Pinkwart und Christa Thoben hat für große Aufmerksamkeit gesorgt. Im Rahmen der Veranstaltung wurde mit den Akteuren der Region Zukunftsstrategien in den Themenfeldern
- Wirtschaft/Universität
- Aus- und Weiterbildung
- Verkehrs- und Gewerbeflächeninfrastruktur
- Naturraum und Tourismus
- Regionale kommunale Sozialpolitik
angesprochen.
- Eine weitere Großveranstaltung zum Themenfeld Ehrenamt/bürgerschaftliches Engagement fand im Februar 2009 mit Minister Armin Laschet statt. Aktuell ist eine Zukunftskonferenz zum Themenfeld „regenerative Energien“ geplant.
· Zukunftsinitiative „Leben und Wohnen im Alter“
- Eine erfolgreiche, sehr umfangreiche Umfrage unter Senioren hat gezeigt: Sie wollen so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben. Darauf hat der Kreistag mit einem Beschluss zur Vermeidung von „Verheimung“ und Stärkung ambulanter Angebote reagiert. Das Ziel: verlässliche und wohnortnahe Hilfen durch eine neu ausgerichtete Altenpolitik, die auch eine partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden vorsieht.
- Der Kreis investiert bis 2010 350.000 EUR in die Einrichtung von Seniorenservicestellen bei den Städten und Gemeinden.
- Der Sozial- und Heimausschuss des Kreises hat für häusliche und wohnortnahe Hilfen in 2006 und 2007 Fördermittel von mehr als einer halben Mio. Euro vorgesehen. In Wittgenstein ist das Modell der Gemeindeschwester wieder neu erfunden worden: Im Jahr 2009 sind zwölf „diakonische Gemeindemitarbeiterinnen“ unterwegs.
- Die prognostizierten Ausgaben ohne die Zukunftsinitiative Leben und Wohnen im Alter im Jahr 2020 belaufen sich im Jahr 2020 auf 31 Mio. Euro pro Jahr. Bei Durchführung und Umsetzung der Zukunftsinitiative werden lediglich 17 Mio. Euro pro Jahr prognostiziert.
· Zukunftsinitiative „Familie ist Zukunft“
- Positionierung des Kreises als einer der familienfreundlichsten Standorte in Deutschland.
- Eine Bestandsaufnahme im Kreisgebiet erfolgte durch Befragung von 4.000 Familien. Die Ergebnisse wurden in einem Familienbericht zusammengefasst. Eine gemeindescharfe Ermittlung läuft. Das Fazit: Familien fühlen sich grundsätzlich wohl, kaum eine Familie denkt daran wegzuziehen.
- Geplant ist eine Netzwerkbildung und Aufbau einer in Umfang und Angeboten bundesweit einmaligen Informations- und Kommunikationsplattform Ende des Jahres 2009.
- Bis heute konnten in Siegen-Wittgenstein 21 zertifizierte Familienzentren eingerichtet werden. Bis Ende 2012 sollen kreisweit 50 Familienzentren entstehen.
- Die gesetzlich vorgeschriebenen Elternbeiträge für Kindertagesstätten wurden im Jahr 2008 um die Hälfte reduziert. Eine mittelfristig geplante Beitragsfreiheit verbessert naturgemäß auch die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.
- Bundesministerin v. der Leyen hat dem Kreis ausdrücklich eine vorbildliche Familienpolitik bescheinigt.
· Zukunftsinitiative „Leben heißt handeln – Ehrenamt“
- Im Jahr 2004 richtete Landrat Paul Breuer den Ehrenamtservice ein. Ziele sind die Vernetzung, Beratung, Information, Würdigung, Qualifizierung und Aktivierung.
- Der Ehrenamtservice bietet ein äußerst erfolgreiches Qualifizierungsprogramm an: 35 kostenlose Veranstaltungen pro Jahr. Seit 2005 haben hieran 1.300 ehrenamtlich Engagierte teilgenommen. Alle zwei Jahre werden verschiedene Ehrenamtpreise „Pro Chor!“, „Mach doch mit in der Feuerwehr“ und für den Bereich Heimatpflege ausgelobt. Eine Ehrenamtbörse vermittelt ehrenamtliches Engagement: Mehr als 100 Vereine/Institutionen sind im Internet eingetragen.
- Als landesweit erster Kreis bietet der Kreis Siegen-Wittgenstein in Zusammenarbeit mit den Städten und Gemeinden die Ehrenamtskarte NRW mit Vergünstigungen für ehrenamtlich Tätige an. In den Städten und Gemeinden wird die Ausgabe der Karten von Ehrenamtsbeauftragten übernommen.
· Frauen und Beruf
- Mit verschiedenen Projekten sollen zwei Ziele erreicht werden: Die verstärkte Inanspruchnahme so genannter MINT-Disziplinen durch Frauen, um die beruflichen Chancen und Perspektiven von Frauen zu verbessern und einem bevorstehenden Fachkräftemangel stärker begegnen zu können. Ein Beispiel: In dem Projekt „Vorbildfrauen“ informieren bereits in technischen Berufen arbeitende Frauen Schülerinnen über ihr Berufsfeld.
- Weitere Projekte und Angebote in diesem Bereich wurden geschaffen, um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gezielt zu verbessern.
· Frauen und Beruf
-
In 2009 werden alle Polizeiwachen erneuert sein;
Initiierung vorbildlicher Projekte der Vorbeugung, etwa das erste kriminalpädagogische Schülerprojekt („Teen Court“).
- Die digitale Alarmierung ist eingeführt.
- Etablierung von Strukturen für Großschadenslagen und Massenanfall von Verletzten.
IV. Lebenswertes Umfeld
· Kooperativer Naturschutz
- Naturschutzgebiete erfüllen eine wichtige Funktion, indem sie helfen, den Tier- und Pflanzenbestand in den geschützten Gebieten zu erhalten und zu verbessern. Allerdings müssen die Interessen der Menschen und ihre wirtschaftliche Basis berücksichtigt werden. Das Prinzip des kooperativen Naturschutzes will die unterschiedlichen Interessen zusammenführen und einen für alle tragbaren Kompromiss finden.
- Ziel ist, den Naturschutz gemeinsam mit den Menschen umzusetzen und nicht gegen sie. Bei der Ausweisung neuer Naturschutzgebiete sind daher die Betroffenen im Vorfeld soweit wie möglich beteiligt und informiert worden.
- Mit Hilfe dieses Prinzips ist zweierlei gelungen: Zum einen die flächendeckende Umsetzung und Akzeptanz der Landschaftsplanung, zum anderen die Wahrnehmung und Akzeptanz des Kreises und hier insbesondere der Unteren Landschaftsbehörde, als Partner der Bürger.
- Kompromisse, Abwägungen und die Nutzung von Ermessensspielräumen haben neben der rechtzeitigen Information zu einer deutlich verbesserten Akzeptanz etwa bei der Umsetzung der Landschaftspläne geführt.
· Bioenergiestandort Wittgenstein: Nachhaltige Energien
- Das neue Biomasseheizkraftwerk ist ein enormer Impuls für den Industriepark Schameder in Erndtebrück und die gesamte Region: Jahrelang ging Wertschöpfung in Millionenhöhe verloren. Intensive Verhandlungen mit RWE, dem Forstamt, der Rentkammer, Genossenschaften und den Waldbauern hatten Erfolg:
- RWE investiert 25 Mio. EUR in Siegen-Wittgenstein. Die umweltfreundliche Anlage in Schameder ist Modell für neun weitere, die landesweit entstehen werden; Das Kraftwerk kann den Strombedarf von 16.000 Haushalten decken und zwar CO2 neutral; Wenn das Kraftwerk Ende 2009/Anfang2010 den Betrieb aufnimmt, werden 35 unmittelbare Arbeitsplätze geschaffen sein. Mit 100 weiteren wird im weiteren Umfeld wie Logistik, Wartung, Versorgung, gerechnet.
- Es besteht Einigkeit bei den Wittgensteiner Akteuren, den Zweckverband gemeinsam zu führen.
· Wisente
- Mittels intensiver Abstimmungsarbeit ist es gelungen, ein europaweit beachtetes Artenschutzprojekt mit einer wegweisenden Perspektive für die touristische Naturerlebnisregion für Siegen-Wittgenstein zu gewinnen.
- Es wurde eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung zwischen Projektträgern und dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz, Landschaft und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen geschlossen.
- Die Unterstützung des Bundesministeriums für Umwelt ist gesichert. Erste Tiere werden im Jahr 2009 in ein Schaugehege kommen; Startpopulation für Auswilderungsgehege: ca. 10 Tiere
· Kultur als regionaler Standortfaktor profiliert
- Der in den neunziger Jahren angestoßene Prozess der Profilierung der Kultur als regionaler Standortfaktor wurde erfolgreich fortgeführt. Die Südwestfalen-Studie zeigt: Siegen-Wittgenstein wird von deutlich mehr Menschen als „Kulturstandort“ wahrgenommen als andere südwestfälische Kreise.
- Mit neuen Ansätzen wird die Kulturarbeit weiterentwickelt. Mit dem Programm „Kultur 4 You“ erfolgt eine besondere Ansprache von Kindern und Jugendlichen.
· Kyrill
- Am 18. Januar 2007 zerstörte der Orkan „Kyrill“ 1,7 Mio. Festmeter Wald. Das ist das fünf- bis sechsfache des sonstigen Jahreseinschlags. Landrat Paul Breuer rief die Großschadenslage zur Bewältigung der Rettungseinsätze in der Nacht aus. 1.300 Helfer waren im Einsatz.
- Das gemeinsame Aufarbeiten der Sturmfolgen erfolgt gemeinsam mit den Städten und Gemeinden, dem Forstamt Siegen-Wittgenstein sowie den Waldbesitzern und dem Land.
- Eine starke Leistung: Innerhalb nur eines Jahres wurden 100 % des Holzes aufgearbeitet. Experten waren zuvor von zwei bis drei Jahren ausgegangen. Durch eine kooperative Holzvermarktung erfolgte die Aufarbeitung überaus geplant.
- Die Kreisbahn Siegen-Wittgenstein leistete einen wichtigen Beitrag: Sie investierte 60 tsd. EUR in eine neue Verladestation. 350.000 Festmeter Holz konnten so zum Kunden transportiert werden. Das sind mehr als 10.000 Lkw-Ladungen.
- Der Ministerpräsident Jürgen Rüttgers besuchte die durch den Kreis Siegen-Wittgenstein am 27. März 2007 initiierte Regionalkonferenz und sagt dort das so genannte 100 Mio.-Programm zu.
- Durch einen gemeinsamen Kraftakt von Kreis und Kommunen gelang es, Gelder aus dem Europäischen Solidaritätsfonds (EUSF) zu akquirieren. Wer durch den Wald geht, sieht: Die bislang geflossenen 8 Mio. Euro kommen an.
V. Gestalten statt verwalten
· Kreishaussanierung
- Die Umzüge nach Weidenau, Siegen-Oberstadt und Eiserfeld im Rahmen der Kreisshaussanierung verliefen reibungslos. Das umfangreiche Konzept „Umzug in einem Tag“ ließ sich bestes umsetzen, so dass es für den Bürger kaum zu spürbaren Verzögerungen im Service kam.
- Geplant ist, das Kreishaus Ende 2009 zurückzugeben. Im Mai 2010 soll die Belegschaft ihre Beschäftigung im Kreishaus wieder aufnehmen können. Erfreulich: Bislang zeichnen sich keinerlei Verzögerungen ab.
- Der Umzug des Gesundheitsamtes ist ein wichtiger Beitrag zur Belebung der Oberstadt
- Hohe Kosten konnten durch Einsparungen in Verbindung mit der intelligenten Verknüpfung der Sanierung mit einem neuen Außenstellenkonzept I vermieden werden. So konnten sieben angemietete Wohnungen aufgegeben und drei Häuser verkauft werden.
· Außenstellenkonzept II
- Zur weiteren Kosteneinsparung ist geplant, die Verwaltungsaktivitäten des Kreises in Bad Berleburg an einem Standort zusammenzufassen. Davon ausgenommen ist die Zulassungsstelle. Die Objekte „Landratsvilla" und „Gesundheitshaus" werden aufgegeben. Die Liegenschaft des Berufskollegs „Am Breitenbach“ soll durch entsprechende Aus- und Umbauten ertüchtigt werden.
· Schließung Alten- und Pflegeheim „Am Tiergarten“, Siegen-Weidenau
- Das 1952 errichtete Gebäude hätte millionenschwer renoviert werden müssen. Angesichts der Angebotsvielfalt an Seniorenheimen wurde die Einrichtung nicht mehr benötigt. Erfolgreiche Verhandlungen führten zur Übernahme aller Mitarbeiter.
· Serviceverwaltung
- Bürgerorientierung: Im Zuge des Kreishaussanierung wurde ein besonderes Augenmerk auf die Ausrichtung auf Bürgerfreundlichkeit gelegt; Ein Projekt zur Etablierung bürgerfreundlicher Verwaltungssprache samt Richtlinienimplementierung wird kontinuierlich entwickelt und umgesetzt; Maßnahmen zur Verbesserung der Erreichbarkeit wurden eingeleitet.
- Auch für die Mitarbeiterorientierung der Fach- und Führungskräfte wird einiges getan: So wurden hochwertige Führungsinstrumente eingeführt: Mitarbeitergespräche, Schulungsprogramm u.a. für soziale Kompetenzen, Entwicklung und Umsetzung neues Beurteilungswesen. Es wurden zudem zielorientierte leistungsabhängige Lohnkomponenten eingeführt: Leistung zahlt sich aus!
· Nachhaltige Finanzpolitik im Interesse des kreisangehörigen Raumes
- Im Mai 2006 stellte Landrat Paul Breuer das 140 Millionen-Programm mit erheblichen Entlastungen der Städte und Gemeinden vor:
Mit Blick auf die aufgelaufenen Altfehlbeträge in Höhe von 17 Mio. Euro wurde entschieden, den Städten und Gemeinden die geschuldeten Altfehlbeträge zu erlassen. Daneben richtete der Kreis Siegen-Wittgenstein einen Pensionsfonds für die Pensionsaltlasten in Höhe von 100 Mio. Euro ein. Für die Sanierung des Kreishauses wurden kurzfristige Kredite aufgenommen.
· Haushalt 2009 nach dem Neuen Kommunalen Finanzmanagement
- Erfolgreiche Einführung des neuen Systems der Buchhaltung und Bewältigung des damit einhergehenden Aufwandes. Mehr Transparenz und zielgerichtete Steuerung des Ressourceneinsatzes anhand inhaltlicher Produkt- und Dezernatsziele.
· Erfolgreiche Integration kommunalisierte Aufgaben
- Die Aufgaben Elterngeld, Schwerbehindertenrecht und die kommunalisierte Umweltverwaltung (gewerblicher und industrieller Umweltschutz) sind vom Land NRW übernommen worden. Trotz des frühen Bearbeitungsstopps vor der Umorganisation und die persönlichen Erschwernisse für die betroffenen Mitarbeiter konnte deren Weiterbeschäftigung bei der Kreisverwaltung erfolgreich gestaltet werden. Hierzu war ein deutlicher Arbeitsmehraufwand durch die Querschnittsämter erforderlich.
· Stiftung Philharmonie Südwestfalen
- Ende 2004 wurden durch ein einzigartiges Public-Private-Partnership-Projekt neue Gestaltungsspielräume für die Philharmonie Südwestfalen eröffnet. Eine private Stifterin hatte sich bereit erklärt, 2,5 Mio. Euro in eine Stiftung einzulegen; der Kreis investierte die doppelte Summe. Die Rendite des Stiftungskapitals ist seitdem nicht nur ein Beitrag zur Sicherung des Landesorchesters, sondern erlaubt auch dessen stärkere Profilierung.
