Familie ist Zukunft
Familien fühlen sich pudelwohl in Siegen-Wittgenstein:
Durch innovative Sozialpolitik zum Top-Standort für Familien
Als erster Kreis in Nordrhein-Westfalen hat Siegen-Wittgenstein beschlossen, die Elternbeiträge für den Besuch von Kindertageseinrichtungen oder die Betreuung durch Tagespflege zum Kindergartenjahr 2011/2012 stufenweise abzuschaffen. Bereits zum Kindergartenjahr 2008/2009 wird nur noch die Hälfte des gesetzlich vorgesehenen Betrages erhoben. Schon ab diesem Jahr werden die Eltern somit um zwei Mio. Euro entlastet - ein starkes familienfreundliches Signal, zumal die unteren Einkommengruppen besonders entlastet werden. „Wir machen ernst in Sachen Familienfreundlichkeit und reden nicht nur“, erklärt Landrat Paul Breuer. Das Ziel: Möglichst viele Kinder sollen eine möglichst gute vorschulische Bildung und Betreuung erhalten. Durch die Beitragsfreiheit können alle Familien unabhängig vom Einkommen diese Angebote wahrnehmen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird verbessert.
Die neu aufgestellte regionale kommunale Sozialpolitik in Siegen-Wittgenstein macht sich bei den Elternbeiträgen direkt im Geldbeutel der Eltern bemerkbar. Aber es geht um mehr: „Sozialpolitik ist ein Instrument moderner Standortentwicklung. Wir stehen im Wettbewerb der Regionen um Investitionen und Fachkräfte. Das soziale Umfeld spielt hier eine entscheidende Rolle“, so Kreissozialdezernent Helmut Kneppe. Das von Landrat Breuer vorgegebene Ziel lautet: Siegen-Wittgenstein als einen der familienfreundlichsten Kreise in Deutschland profilieren!
Mit dem breiten methodischen Ansatz der „Zukunftsinitiative Siegen-Wittgenstein 2020“ werden die strategischen politischen Weichenstellungen an der Bevölkerungsentwicklung ausgerichtet. Auch die Sozialpolitik setzt konsequent bei der demografischen Entwicklung an: Wir werden weniger, älter und bunter – und das im Regionenvergleich überdurchschnittlich.
Eine einschneidende Veränderung in der sozialen Landschaft hat zudem die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe (Hartz IV) gebracht, denn auf örtlicher Ebene werden soziale Notlagen Einzelner erst spät bekannt. Um hier entgegenzuwirken, wird ein partnerschaftlicher Ansatz mit den Städten und Gemeinden, bzw. den Betroffenen gepflegt. Das Urteil des Bundesverfassungsgerichtes zu den ARGEN führt nochmals zu verstärkten Anstrengungen.
Mit Blick auf die Senioren ist gerade in Siegen-Wittgenstein eine Menge in Bewegung geraten. Ausgehend von dem Wunschziel Nr. 1 älterer Menschen in der Region „in den eigenen vier Wänden solange wie möglich leben“ wird die häusliche Versorgung qualitativ ausgebaut. In allen Städten und Gemeinden sind mit finanzieller Unterstützung des Kreises „Senioren-Service-Stellen“ eingerichtet worden. Auch hier ist Siegen-Wittgenstein Pionier in Sachen Familienfreundlichkeit. In diesem Jahr wird mit dem „präventiven Hausbesuch“ begonnen: Senioren erhalten Beratungsangebote in der eigenen Wohnung, damit frühzeitig Unterstützung und Hilfen für ein langes selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung oder im Eigenheim angeboten werden können.
Um verlässlich zu erfahren, wie Familien in Siegen-Wittgenstein tatsächlich leben, haben Sozialexperten im Auftrag des Kreises 4.000 Familien befragt und die Ergebnisse in einem „Familienbericht“ zusammgefasst. Zentrale Erkenntnis: Familien mit Kindern fühlen sich hier pudelwohl. Kaum eine Familie denkt derzeit daran, um- oder wegzuziehen, wenn nicht gerade eine neue Arbeitsstelle oder eine größere Wohnung in Aussicht steht. Landrat Breuer: „Auf Grundlage dieses Berichtes müssen der Kreis, die Städte und Gemeinden sowie die beteiligten regionalen Akteure jetzt gemeinsam konkrete Vorschläge und Projekte ins Leben rufen, um die Kinder- und Familienfreundlichkeit auszubauen.“
Der stufenweise Verzicht auf Elternbeiträge ist ein wichtiger Schritt, aber auch bei der späteren Aus- und Weiterbildung der Kinder und Jugendlichen gibt Siegen-Wittgenstein den Takt vor: Längst hat sich der Kreis einen guten Namen als Ideenschmiede für die Erleichterung des Berufseintritts („Übergangsmanagement“) gemacht. Nicht nur, dass es nirgendwo sonst im Land eine höhere Ausbildungsplatzdichte gibt: In Siegen-Wittgenstein werden unter Beteiligung der relevanten Partner innovative Modelle für den Berufseinstieg junger Menschen entwickelt und umgesetzt, die so erfolgreich sind, dass sie umgehend in anderen Landesteilen übernommen werden. So das „Regionale Haus der Berufsvorbereitung“, in dem Hauptschüler freiwillig in ihrer Freizeit ein Langzeitpraktikum absolvieren und dafür mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Lehrstelle erhalten. Oder das ebenfalls hier entwickelte Kooperationsprojekt „Ein Topf“: Fördermaßnahmen aller Anbieter werden koordiniert, um für jeden Schüler eine passgenaue Förderung zu erarbeiten. Nach dem Erfolg in Siegen-Wittgenstein sind nunmehr die Städte Mühlheim, Essen, Oberhausen und Ostwestfalen-Lippe weitere Modellregionen. Siegen-Wittgenstein hat sich mit innovativen Ansätzen erfolgreich ins familienpolitische Rampenlicht katapultiert. Erst gerade hat Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen Landrat Breuer eine erfolgreiche familienpolitische Arbeit bescheinigt.
Ansprechpartner:
Kreis Siegen-Wittgenstein
Gerold Wagener, Programmleiter „Familie ist Zukunft“, Telefon: 0271 333-2728, E-Mail: g_wagener@siegen-wittgenstein.de
