Kreis Siegen-Wittgenstein


Leben und Wohnen im Alter

Leben und Wohnen im Alter:

Siegen-Wittgenstein setzt sich an die Spitze moderner Seniorenpolitik

Wenn man die Menschen in Siegen-Wittgenstein fragt, wo sie ihren Lebensabend verbringen möchten, dann antworten die allermeisten: „So lange es geht in den eigenen vier Wänden!“  Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Befragung, die im Jahr 2003 im Auftrag des Kreises Siegen-Wittgenstein durchgeführt wurde. „Älteren Menschen dabei zu helfen, sich diesen zentralen Wunsch vom selbstbestimmten Lebensabend im eigenen Zuhause erfüllen zu können, das ist der zentrale Ansatz der Zukunftsinitiative Siegen-Wittgenstein 2020 - Leben und Wohnen im Alter“, so Landrat Paul Breuer. Deshalb setzt der Kreis gemeinsam mit den Städten und Gemeinden darauf, verlässliche und wohnortnahe Hilfe und Unterstützung, auch innerhalb der Familien, zu initiieren und zu stärken. Die Befragung war die Geburtsstunde für die Neuausrichtung der kommunalen Altenpolitik in Siegen-Wittgenstein.

„Heute sind wir dem Wunsch der älteren Menschen schon ein entscheidendes Stück näher gekommen“, freut sich  Kreissozialdezernent Helmut Kneppe. Bis Ende 2007 wurden in allen Städten und Gemeinden erfolgreich „Senioren-Service-Stellen“ eingerichtet. „Damit setzen wir bereits flächendeckend um, was die Bundesregierung derzeit unter dem Begriff Pflegestützpunkte erst plant. Bei uns muss niemand mehr von Pontius bis Pilatus laufen, um zu erfahren, wo er welche Unterstützung bekommt. In jeder Stadt und Gemeinde gibt es jetzt einen zentralen Ansprechpartner für alle seniorenspezifischen Anliegen. Wir sind Vorreiter“, so Kneppe. Der Kreis fördert die Einrichtung der Senioren-Service-Stellen bis 2010 mit mehr als 350.000 Euro.

Wichtiger Baustein sind die „präventiven Hausbesuche“. Im Laufe dieses Jahres wird der Kreis Siegen-Wittgenstein zielgerichtet Bürgern, die das 75. Lebensjahr vollendet haben, dieses Beratungsangebot in der eigenen Wohnung unterbreiten. Der präventive Hausbesuch ist ein erster Schritt zur künftigen Einzelfallberatung (Casemanagement) des Kreises. So werden in Zukunft schon frühzeitig die Weichen gestellt, um mit zielgerichteter Hilfe ein Leben in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus so lange wie möglich zu gewährleisten.

Bei den Hilfen geht es längst nicht nur um Pflegedienstleistungen, sondern auch um praktische Hilfen im Alltag: vom Kasten Wasser, der in die dritte Etage getragen werden muss, über das Rasenmähen bis zum tropfenden Wasserhahn, bei dem vielleicht nur eine Dichtung defekt ist. „Nur wenn wir auch in diesen Bereichen bezahlbare Angebote schaffen, erreichen wir das Wunschziel, ein selbstbestimmtes Wohnen im vertrauten Umfeld zu ermöglichen. Das gelingt aber nur mit einem Mix aus „niederschwelligen“ Angeboten, die von der Nachbarschaftshilfe über das ehrenamtliche Engagement bis hin zu professionellen Dienstleistungen reichen“, so Reiner Jakobs, Projektleiter der Zukunftsinitiative „Leben und Wohnen im Alter“.

Die entsprechende Infrastruktur für solche häuslichen und wohnartnahen Angebote ist derzeit im Aufbau. In den Jahren 2006 und 2007 hat der Sozial- und Heimausschuss des Kreises Fördermittel von mehr als 500.000 Euro für über ein Dutzend Projekte zur Infrastrukturentwicklung in den kreisangehörigen Städten und Gemeinden bewilligt. Gefördert werden u.a. Entlastungsdienste in Hilchenbach, Kreuztal, Burbach und Wilnsdorf. In Bad Berleburg, Bad Laasphe und Erndtebrück werden in diesem Jahr insgesamt zwölf „Diakonische Gemeindemitarbeiterinnen“ - nach dem Muster der früheren Gemeindeschwester -  unterwegs sein.  

Der Wunsch älterer Menschen, so lange wie möglich selbstbestimmt im eigenen Zuhause zu leben, deckt sich auch mit ökonomischen Überlegungen des Kreises: Bevölkerungswissenschaftler sagen einen überdurchschnittlich starken Anstieg in der Altersgruppe der über 80- Jährigen voraus. Im Ergebnis müsste der Kreis Siegen-Wittgenstein, und damit der Steuerzahler, mittelfristig rund 14 Millionen Euro pro Jahr zusätzlich aufbringen, wenn der Schwerpunkt weiterhin allein auf die Heimunterbringung liegen würde.  

Wenn die Betreuung und Pflege in einem Heim tatsächlich erforderlich werden sollte, können die Senioren und ihre Angehörigen in Siegen-Wittgenstein auf das Angebot von 30 Alten- und Pflegeheimen, einschließlich Heimen für Kurzeitpflege, zurückgreifen. Von den insgesamt 2.184 Heimplätzen sind aktuell etwa 162 nicht belegt.

Alle Informationen zum Thema „Leben und Wohnen im Alter“ werden in einem Internetportal von Kreis und Städten und Gemeinden zusammengeführt, das voraussichtlich im Sommer dieses Jahres online sein wird. Entstehen soll nicht nur eine Informations-, sondern auch eine Kommunikationsplattform.

Mit „Leben und Wohnen im Alter“ setzt sich der Kreis Siegen-Wittgenstein an die Spitze zukunftsweisender Ansätze in der Altenpolitik! 

Ansprechpartner:

Kreis Siegen-Wittgenstein

Reiner Jakobs, Programmleiter „Leben und Wohnen im Alter“, Telefon: 0271 333-2721, E-Mail: r_jakobs@siegen-wittgenstein.de

 

Ansprechpartner in den Städten und Gemeinden:

Senioren-Service-Stellen