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20 bedeutende Persönlichkeiten aus Siegen-Wittgenstein
Folge 3: "Johann Heinrich Jung-Stilling", Augenarzt, Schriftsteller (1740-1817)

 
 

Johann Heinrich Jung, genannt Jung-Stilling, wurde am 12. September 1740 in Hilchenbach-Grund geboren. Sein Vater war der Dorfschneider Johann Helmann Jung, der in der Lebensgeschichte „Wilhelm“ genannt wird; seine Mutter Johanna Dorothea starb schon am 19. April 1742, als Jung-Stilling erst 18 Monate alt war. Er wuchs in einer der damals üblichen Großfamilien auf. Diese zählte zum unteren Mittelstand; neben dem Einkommen des Vaters und Großvaters besaß die Familie ein eigenes Haus und eine teilselbstversorgende Landwirtschaft.

Jung wechselte nach dem Besuch der Dorf- zur Lateinschule, die er mit 14 Jahren verließ. Nach seiner Konfirmation erhielt Jung die erste Schulmeisterstelle und nun von donnerstags bis samstags als Lehrer in Dörfern seiner Heimat tätig. An den übrigen Wochentagen arbeitete er in der Schneiderei seines Vaters.

Professur in Lautern

Nach der Wiederverheiratung des Vaters verließ er als 22-Jähriger seine Heimat. Sieben Jahre lang war Jung-Stilling die rechte Hand des Fabrikanten und Fernhandelskaufmanns Peter Johannes Flender (in den Erzählungen als „Herr Spanier“ bezeichnet) in Kräwinklerbrücke im Bergischen Land. Jung-Stilling arbeitete bei Flender als Kaufmannsgehilfe und als Lehrer der Kinder von Flender. Nach einem Medizinstudium in Straßburg, wo er Johann Wolfgang Goethe und Johann Gottfried Herder begegnete, ließ er sich als praktischer Arzt in Elberfeld (heute Wuppertal) nieder. Dort begann er auch mit der augenärztlichen Chirurgie; bis an sein Lebensende operierte Jung-Stilling etwa 3.000 Patienten.

Aufgrund mehrerer technischer und ökonomischer Aufsätze in der Fachliteratur erhielt Jung-Stilling einen Ruf als Professor an die Kameral Hohe Schule in Lautern. Er gab daher seine Tätigkeit als Arzt auf und lehrte ab 1778 in Lautern als Professor der Landwirtschaft, Technologie, Fabriken- und Handelskunde sowie Vieh-Arzneikunde. Als die Kameral Hohe Schule 1784 mit der Universität Heidelberg vereinigt wurde, zog er erneut um. 
Von 1787 bis 1803 lehrte Jung als Professor für ökonomische Wissenschaften an der Universität Marburg und wurde 1803 durch Karl Friedrich von Baden, später mit dem Rang eines Geheimen Hofrats in Geistlichen Dingen, zum Berater ohne ein öffentliches Amt berufen. 1798 gründete Jung-Stilling zusammen mit dem Oberforstmeister Friedrich Ludwig von Witzleben die Forstlehranstalt zu Waldau.

Jung-Stilling lehrt in Marburg

Jung-Stilling war der Begründer des Staatswissenschaftlichen Instituts in Marburg 1789. Als Professor für Ökonomie, Kameral- und Finanzwissenschaft wurde Jung 1787 nach Marburg berufen, ein „Selfmademan“, der, aufbauend auf Erfahrungen und Beobachtungen in der heimatlichen Siegerländer Eisenwirtschaft, autodidaktisch umfangreiche Fachkenntnisse erworben hatte. In der Lehre vertrat er Gebiete wie Staatswissenschaft, Landwirtschaft, Technologie, Handels- und Finanzwissenschaft sowie Polizeiwissenschaft; auch Tierarzneikunde gehörte zu seinem Ressort.

Jung-Stilling operiert den grauen Star

Seine augenärztliche Tätigkeit als erfolgreicher Operateur des grauen Stars, der seine Patienten bis hin in die Schweiz aufsuchte, setzte er ebenfalls in Marburg fort. Jung-Stilling unterrichtete, wie an vielen Universitäten bis ins 19. Jahrhundert hinein üblich, in einem Auditorium im eigenen Haushalt. Jung-Stillings ab 1798 herausgegebene missionarische Volkszeitschrift „Der Graue Mann“ erregte den Verdacht der Kasseler Aufsichtsbehörden und setzte in Marburg eine Vorzensur für Universitätsschriften in Gang.

Von 1806 bis zu seinem Tod am 2. April 1817 in Karlsruhe lebte Jung-Stilling als Großherzoglich Badischer Geheimer Hofrat in Karlsruhe von einer Pension des Kurfürsten.


Hohe Bekanntheit erlangte Jung-Stilling durch seinen Freund Johann Wolfgang Goethe, der ohne dessen Wissen den ersten Band von dessen Lebenserinnerungen veröffentlichen ließ.

Quelle: Wikipedia

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