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Vater des Kultur!Büros., von KulturPur und des Kulturhauses Lÿz
Kreiskulturreferent Wolfgang Suttner verabschiedet

05.07.2017

28 Jahre lang hat er die kulturelle Entwicklung im Kreis Siegen-Wittgenstein maßgeblich mit geprägt: Jetzt wurde Kreiskulturreferent Wolfgang Suttner verabschiedet. In der Sitzung des Kreistages am Freitag, 30. Juni 2017, überreicht Landrat Andreas Müller ihm die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand. Hier die Rede des Landrates zur Verabschiedung Suttners:

„Der Ruhestand ist das, worauf man sein ganzes Leben lang hinarbeitet und sich erschrocken wundert, wenn es dann soweit ist.“ sagt der Volksmund. Heute ist dieser Tag für Dich gekommen – nach rund 28 Jahren verabschieden wir Dich heute als Kulturreferenten des Kreises Siegen-Wittgenstein.

Der 1. August 1990 war dein erster Arbeitstag beim Kreis. Damals hast Du OKD Karlheinz Forster gefragt, was Du denn machen sollst: „Sie müssen Erfolg haben“, hat der OKD geantwortet – ein klarer, aber vermutlich auch der schwierigste Arbeitsauftrag, den man bekommen kann. Heute, 28 Jahre später, darf ich feststellen: Arbeitsauftrag erfüllt! Du hattest ohne Zweifel Erfolg – und wir alle, die Region, profitieren bis heute davon.

Für Dich war von Anfang klar: Du willst Kultur gestalten und nicht verwalten. Obwohl es erstmal mit Erfassen, Vernetzen und Bekanntmachen losging: Was gibt es eigentlich an Kultur in Siegen-Wittgenstein? Bis heute kann man diese Bestandsaufnahme im „Kulturhandbuch“ nachlesen. 1991 ist es zum ersten Mal erschienen.

Nur zehn Monate nach Deinem Amtsantritt gab es die „Sommerbühne für Siegen-Wittgenstein“, ab 1992 unter dem Namen „KulturPur“. Gemeinsam mit Stephan Schliebs, Michael Townsend und Hartmut Kriems bist Du der Vater des jährlichen Zeltfestivals auf dem Giller. In diesem Jahr hat es bereits zum 27. Mal stattgefunden.

Du hast Weltstars wie Mikis Theodorakis, Gilbert Bécaud, Ute Lemper oder Juliette Gréco auf den Giller geholt, und hast uns mit den tollen Programmen immer wieder neu begeistert. Mich übrigens auch schon als Kind – als ich mit meinen Eltern mit Begeisterung auf den Giller gekommen bin.

Das Kulturhaus Lÿz – mit dem Schauplatz und dem Kleinen Theater – ist ebenfalls Dein Kind: Im vergangenen Jahr hat das Lÿz seinen 20. Geburtstag gefeiert. Kleinkunst und Kabarett haben dort ein Zuhause gefunden – mit starkem regionalen Bezug: Zu 60 Prozent wird das Lÿz regional belegt. Das fördert die heimische Kulturszene. Eine Keimzelle war und ist das Lÿz-Mix-Variety – bis heute ein besonderes Markenzeichen des Hauses. Das Lÿz bringt jährlich rund 200 Kulturveranstaltungen auf die Bühnen. In jeder Spielzeit kommen rund 40.000 Besucher ins Haus.

Ein ganz besonderer Coup ist Dir 1999 gelungen: Du hast Ex-Beatle Paul McCartney überzeugt, zum allerersten Mal seine Gemälde auszustellen – bei uns im Lÿz: Weltpremiere! Mit „Paul McCartney paintings“ stand das Lÿz und damit Siegen-Wittgenstein mit einem Schlag im Fokus der weltweiten Medien.

Lieber Wolfgang,
Kultur ist niemals Stillstand: Neue Generationen wachsen heran, andere Themen rücken in den Fokus – neue Zielgruppen wollen erschlossen werden. So wurde 2010 das Internationale Literaturfestival „vielSeitig“ erstmals angeboten – bis heute im Zweijahres-Rhythmus, gemeinsam von Uni und Kreis: Lesungen an ungewöhnlichen Orten – ein Konzept, das schnell viele Freunde gefunden hat.

Viel Engagement, Leidenschaft und Kreativität hast Du, lieber Wolfgang, auch in die Arbeit mit der Philharmonie Südwestfalen investiert: ein kleines Unternehmen, das gemanagt werden muss.

Viele Termine und Sitzungen beim Land und beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe, um die Finanzausstattung zu sichern. Eine tolle Zusammenarbeit mit Barbara Lambrecht-Schadeberg, nicht nur im Zusammenhang mit der Philharmonie. Ohne unsere Mäzenin wäre die Kulturlandschaft in Siegen-Wittgenstein um vieles ärmer – auch ihr ein Dank an dieser Stelle!

Aber Du, lieber Wolfgang, hast Dich als geschäftsführender Vorstand des Trägervereins nicht nur um organisatorische Dinge gekümmert – Du hast Dich auch künstlerisch eingebracht – etwa mit den thematischen Schwerpunktkonzerten bei KulturPur, die Du entwickelt hast.

Lieber Wolfgang, die letzten Wochen standen bereits im Zeichen des Abschieds: An Pfingsten bei KulturPur, gestern Abend im Lÿz bei den Mitarbeitern, Freunden und Weggefährten. Heute nun der offizielle Abschied hier im Kreistag. Ich weiß, wir alle wissen, dass Dir das Ausscheiden aus dem aktiven Dienst nicht leicht fällt. Du hast das Amt des Kulturreferenten gelebt! Deshalb steckt auch ganz viel Herzblut darin. Kultur!Büro, Kulturhaus Lÿz oder KulturPur – Deine Kinder sind inzwischen groß geworden. Du darfst stolz darauf sein, wie sie sich entwickelt haben, was aus Ihnen geworden ist. Und ich darf Dir versichern: Sie liegen bei den Mitarbeitern des KulturBüros, bei Deinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, in guten Händen – und sie werden uns auch künftig viel Freude machen – davon bin ich überzeugt.

Ich möchte mich bei Dir, lieber Wolfgang, auch im Namen des Kreistages ganz herzlich für die tolle Arbeit bedanken, die Du in den letzten 28 Jahren für die Menschen in Siegen-Wittgenstein geleistet hast.

Johann Wolfgang von Goethe hat einmal gesagt: „Wer freudig tut und sich des Getanen freut, ist glücklich.“ Dieses Glück wünsche ich Dir! Alles Gute für die Zukunft.

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