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Von Jeffreys Bay nach Burbach
Michelle Richmond aus dem sonnigen Südafrika und die Siegerländerin Isabelle Kirschke verbindet eine tiefe Freundschaft

„Die Entfernung von hier zu meiner Familie beträgt ungefähr 10.000 Kilometer“, erklärt Michelle Richmond in perfektem Deutsch. Gerade einmal drei Jahre sind vergangen, seit die gebürtige Südafrikanerin ihre Heimat verließ, um in Siegen-Wittgenstein ein neues Leben zu beginnen. Unmittelbar nach ihrem erfolgreichen Studienabschluss im Fach Business Management entschloss sie sich, dem sonnigen Jeffreys Bay den Rücken zu kehren.

Dass ihr Weg aus der Kleinstadt nahe Port Elizabeth am Indischen Ozean ausgerechnet nach Burbach-Holzhausen führte, hatte zunächst rein dienstliche Gründe. Über ein Austauschpraktikum für junge afrikanische Hochschulabsolventen gelangte sie zur Firma Hering Bau: „So ein Praktikum dauert sechs Monate. Danach fliegt man eigentlich wieder nach Hause. Ich bin jetzt aber schon seit dreieinhalb Jahren hier“, sagt Michelle Richmond und strahlt dabei über das ganze Gesicht.

Im Siegerland hat sie nicht nur eine berufliche Perspektive gefunden, sondern auch eine Wahlheimat mit echtem Wohlfühlcharakter. Dabei seien weder die anfängliche Sprachbarriere noch die Siegerländer Mentalität jemals ein Problem gewesen, betont sie. Im Gegenteil: „Die Kultur ist hier eigentlich kaum anders als bei uns in Jeffreys Bay.“ Einzig das nasskalte europäische Klima bereitet der Südafrikanerin noch heute immer wieder Probleme, wie sie mit einem Augenzwinkern einräumt. Während ihr Heimatstrand nahezu ganzjährig hohe Temperaturen und jede Menge Sonnenschein biete, müsse der Siegerländer schließlich auch mal mit Regen, Schnee und Kälte Vorlieb nehmen.

Durch ihre offene und kommunikative Art ist es Michelle Richmond in Deutschland sehr schnell gelungen, Kontakte zu knüpfen und Freundschaften zu schließen – unter anderem mit einer Kollegin aus der Firma. Isabelle Kirschke, 25 Jahre alt, hat der Südafrikanerin von Beginn an dabei geholfen, sich in der neuen Heimat zu integrieren. Zwar arbeiten beide in ganz unterschiedlichen Abteilungen der Firma Hering Bau. Privat aber haben sich die jungen Frauen auf Anhieb super verstanden, obwohl – oder gerade weil – ihre Biographien unterschiedlicher kaum sein könnten.

Während Michelle Richmond früh den Sprung in eine komplett neue Lebenswelt wagte, fühlt sich die in Geisweid aufgewachsene Isabelle Kirschke in „ihrem“ Siegerland seit jeher pudelwohl: „Ich war nur zum Studium einmal über längere Zeit weg von hier, habe im Rheinland gelebt und außerdem ein Auslandssemester in Frankreich verbracht“, so die 25-Jährige. Sie hat ihre Ausbildung zur Industriekauffrau in Form eines dualen Studiums im Bereich Industriemanagement absolviert. Schnell hat sie während dieser Zeit bemerkt, dass ihre Heimatgefühle weitaus größer sind als der Drang, in die Ferne zu schweifen.

„Ich wohne dort, wo andere Menschen Urlaub machen“, schildert Kirschke. Neben der heimischen Natur schätzt sie vor allem die Nähe zu Freunden und Familie – aber auch nicht zuletzt die Anziehungskraft der Stadt Siegen. Gerade in der jüngeren Vergangenheit habe sich dort unheimlich viel entwickelt, zum Beispiel in puncto Cafékultur und Einkaufsmöglichkeiten.
Eine ganz besondere Reise möchten die beiden Freundinnen übrigens im kommenden Jahr gemeinsam wahrnehmen. Dann reisen sie nach Südafrika, wo Michelle Richmond ihre Hochzeit feiert – mit einem waschechten Siegerländer.

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