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"Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte…" – ein Ausstellungsprojekt

 
 
Die Ausstellung "Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte..." war bis zum 25. März 2018 in den Räumen der Sparkasse Siegen zu sehen.

„Das Tagebuch der Anne Frank“ ist vielen ein Begriff und gehört ohne Zweifel zu den Büchern, die jedem unter die Haut gehen. Bis zum 25. März 2018 war das Schicksal des jüdischen Mädchens Thema einer Ausstellung in den Räumlichkeiten der Sparkasse Siegen – Titel: "Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte…". Ende vergangenen Jahres wurden Schulen im Kreis Siegen-Wittgenstein eingeladen, „Das Tagebuch der Anne Frank“ in ihrem Unterrichtsplan zu berücksichtigen und sich für zweistündige Führungen*) durch die Ausstellung anzumelden.

Schüler der Carl-Kraemer Realschule Hilchenbach besuchen "Deine Anne"

Täglich wurden Schulklassen von Peer Guides, also Gleichaltrigen, durch die Ausstellung begleitet. Wir waren bei einem Rundgang der Klasse 9b der Carl-Kraemer Realschule Hilchenbach dabei. Die 26 Schülerinnen und Schüler wurden von Mohamed Arab von der gleichen Schule und Hannah Giffhorn vom Gymnasium Am Löhrtor durch die Ausstellung gelotst. "Ich war ein bisschen aufgeregt, aber es hat viel Spaß gemacht. Ich habe bei dem Projekt mitgemacht, weil ich üben wollte, vor einer großen Gruppe zu sprechen", erzählt Peer-Guide Hannah Giffhorn. Auch ihr Kollege Mohamed Arab war sehr zufrieden: "Die Schüler haben sehr aktiv mitgemacht. Ansonsten hätte ich aber auch ein paar Pflichtfragen parat gehabt". Die hat er aber nicht gebraucht. Immer wieder brachten sich die Jugendlichen mit Fragen ein, sie hatten sich in der Schule schon in einer Themenwoche mit dem Nationalsozialismus beschäftigt. "Anne Frank war sehr stark und sie hat viel bewegt, man kann viel von ihr lernen", sagte Schülerin Nicole Uskov.

Am 28. Februar wurde die Ausstellung offiziell eröffnet. Hier sehen Sie eine Bilderstrecke zu der Eröffnungsveranstaltung:

Elf Veranstaltungen im Rahmenprogramm der Anne-Frank-Ausstellung

Samuel Frank war ein angesehener Weidenauer Kaufmann, „erst kaisertreuer Deutscher, dann Jude“. Denn nach 1933 erlebte die Familie Diskriminierung, Entrechtung und Verfolgung. Zwei Kinder konnten fliehen, Tochter Inge blieb bei den alten Eltern bis zur Deportation und Vernichtung. Die Geschichte der Franks aus Weidenau ist wie die Geschichte von Anne Frank eine Opfergeschichte – aber auch eine Geschichte von Lebensmut, von kleinen Fluchten und von Solidarität.

„Die Franks aus Weidenau – Szenen Bilder und Geschichten“ ist eine Veranstaltung im Rahmenprogramm der Anne-Frank-Ausstellung „Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte...“, die vom 1. bis 25. März im Kundenzentrum Morleystraße der Sparkasse Siegen zu sehen ist. Das Rahmenprogramm umfasst insgesamt elf Veranstaltungen – von Lesungen über Vorträge und eine Filmvorführung bis hin zum 6. Jugendforum der Stadt Siegen und einer Ausstellung zur „Woche der Brüderlichkeit“.

Links und Dokumente

Breit aufgestelltes Orgateam

Organisiert wurde "Deine Anne. Ein Mädchen schreibt Geschichte…" vom Regionalen Bildungsbüro und dem Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Siegen-Wittgenstein in Kooperation mit dem Integrationsbeauftragten der Universitätsstadt Siegen, dem Stadt- und dem Kreisjugendring sowie den Sparkassen im Kreisgebiet. Daneben wurde ein Trägerkreis aus weiteren regionalen Akteuren ins Leben gerufen, der ein themenbezogenes Rahmenprogramm u.a. mit Theater- und Filmvorführungen, Lesungen, Konzerten um die Ausstellung herum gestaltete. Schirmherren waren Landrat Andreas Müller und der Siegener Bürgermeister Steffen Mues. Hinzu kamen Unterstützer wie z.B. einige Stadt- und Gemeindebüchereien, die für alle Altersgruppen – insbesondere aber auch für Schüler – u.a. ein umfangreiches Medienangebot zum Themenkomplex 'Drittes Reich / Holocaust / Widerstand' anboten.


Anne Frank - ein jüdisches Mädchen aus Frankfurt

Das jüdische Mädchen aus Frankfurt war 1934 mit seinen Eltern und seiner Schwester Margot in die Niederlande ausgewandert, um der Verfolgung durch die Nationalsozialisten zu entgehen. In Amsterdam lebte die Familie ab Juli 1942 versteckt in einem Hinterhaus. Dort hielt Anne Frank ihre Erlebnisse und Gedanken in einem Tagebuch fest. Am 4. August 1944 wurde die Familie von der Gestapo entdeckt, vermutlich war sie verraten worden.

Nach der Entdeckung wird Anne Frank mit ihrer Schwester über das Arbeitslager Westerbork in das Vernichtungslager Auschwitz und dann in das KZ Bergen-Belsen gebracht. Dort stirbt sie im März 1945 an Typhus. Nach dem Krieg wird ihr Tagebuch von ihrem Vater Otto Frank veröffentlicht, der den Holocaust überlebt hat.

„Jugendliche begleiten Jugendliche“

„Ein wesentlicher Bestandteil des Ausstellungskonzeptes bestand in der ‚Peer Education‘, also der Bildungsarbeit unter Gleichaltrigen“, erläuterte Matthias Hein vom Bildungsbüro des Kreises: „Gemeinsam mit dem Anne-Frank-Zentrum und dem Jugendparlament der Stadt Siegen haben wir im Vorfeld der Ausstellung 30 Jugendliche ab 15 Jahren zu ‚Peer Guides‘ ausgebildet, die dann die Schülergruppen ehrenamtlich durch die Ausstellung führten.“ 

Die Jugendlichen, die sich zu „Peer Guides“ ausbilden lassen wollten, erwarben geschichtliches Wissen, soziale und kommunikative Kompetenzen und erhielten zum Abschluss ein Zertifikat für ihren ehrenamtlichen Einsatz. Die „Peer Guide“- Ausbildung erfolgte u.a. im Rahmen eines Wochenendseminars Anfang Dezember in Stift Keppel. Außerdem fanden zwei ganztägige Trainingsseminartage unmittelbar vor der Ausstellungseröffnung im Februar 2018 statt.

Mehr zu einer ersten Infoveranstaltung für “Peer Guides“.
Mehr zu einem ersten Treffen der “Peer Guides“.
Mehr zum ersten Vorbereitungstreffen der “Peer Guides“ im Dezember 2017 in Stift Keppel.

Schirmherren: Anne Frank steht für Mut, Zuverischt, Toleranz und Respekt

Die Schirmherren – Landrat Andreas Müller und Bürgermeister Steffen Mues - luden Schulklassen, aber auch interessierte Einzelpersonen ein, sich die Ausstellung anzuschauen.

„Der Name Anne Frank steht für Mut und Zuversicht in hoffnungslosen Zeiten. Ihr Tagebuch ist manchmal frech und schonungslos, aber immer mit großer sprachlicher wie emotionaler Kraft“, unterstrich Steffen Mues: „Sie schreibt über ihre Träume, ihre Wünsche, ihre Ängste und ihre Sehnsüchte. Sie greift Fragen auf, die viele Jugendliche auch heute umtreiben: Wen und wie soll ich lieben? Wie verhalte ich mich gegenüber meiner Familie? Was passiert in der Welt draußen und wie werde ich einmal Teil dieser Welt sein?“

Auch Landrat Andreas Müller verwies auf die zeitlosen Themen, die Anne Frank in ihrem Tagebuch anspricht: „Die Beschäftigung mit Anne Frank regt an, über Begriffe wie Toleranz, gegenseitigen Respekt, Menschenrechte und Demokratie nachzudenken. Die Ausstellung kann bewusst machen, dass eine Gesellschaft, in der die Unterschiede zwischen Menschen respektiert werden, nicht von allein entsteht. Wir würden uns freuen, wenn die Besucher der Ausstellung angeregt und ermutigt werden, für Frieden, Gerechtigkeit, Toleranz und Menschenwürde einzutreten und sich gegen Diskriminierung, Rassismus sowie politischen und religiösen Extremismus zu wenden.“

Weitere Links

Ansprechpartner für weitere Informationen:

Matthias Hein (Regionales Bildungsbüro Siegen-Wittgenstein): E-Mail: m.hein@siegen-wittgenstein.de, Telefon: 0271 333-1471.

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