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Landrat Andreas Müller auf Konferenz in Berlin:
„Integration ist gelungen, wenn Zugewanderte nicht nur Fußball spielen, sondern auch in den Vorstand gewählt werden“

05.12.2016

Landrat Andreas Müller hat jetzt in Berlin auf einer Konferenz gesprochen, zu der der Deutsche Landkreistag (DLT) und das Bundesinnenministerium eingeladen hatten. Thema: die Integration von Flüchtlingen im ländlichen Raum. Mitwirkende waren neben verschiedenen Landräten und Landesministern auch Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière.

Hintergrund der Konferenz war eine aktuelle Studie des Deutschen Landkreistages mit dem Titel „Integration von Flüchtlingen in ländlichen Räumen – strategische Leitlinien und Best Practices“, in die sich auch der Kreis Siegen-Wittgenstein eingebracht hatte. Die zentralen Ergebnisse der Studie wurden auf der Veranstaltung präsentiert und diskutiert.

Die DLT-Studie stellt Praxiserfahrungen von 18 Landkreisen in den für die Integration wichtigen Handlungsfeldern Wohnen, Sprache, Arbeit und Ausbildung, Schule und Bildung, Ehrenamt sowie gesellschaftliches Zusammenleben dar und macht diese anhand von guten Beispielen für andere Kommunen nutzbar. Das Projekt zeigt, auf welche Weise Integration gelingen kann. Gemeinsam mit dem beauftragten Beratungsunternehmen Viventure wurden insgesamt 150 Einzelinterviews mit Landräten, Integrations- oder Flüchtlingsbeauftragten sowie mit Verantwortlichen von Integrationsprojekten geführt.

"Integration ist gelungen, wenn Geflüchtete und Zuwanderer vom Objekt zum Subjekt werden"

Andreas Müller ging zu Beginn seiner Rede auf die Frage ein, wann Integration wirklich gelungen ist. Seine These: „Integration ist dann gelungen, wenn Geflüchtete und Zuwanderer vom Objekt zum Subjekt geworden sind.“

Müller schilderte, dass die Flüchtlinge als Hilfsbedürftige zu uns kommen, die auf unsere Unterstützung angewiesen sind. Gesellschaftliches Ziel müsse es sein, dass sich die Flüchtlinge aktiv in die Gesellschaft einbringen – und das auf allen Ebenen: Vom Arbeitsmarkt über Vereine und das ehrenamtliche Engagement bis hin zu Kultur oder Politik.

„Integration ist dann gelungen“, erläuterte Andreas Müller seine These anhand von praktischen Beispielen, „wenn Zuwanderer sich ganz selbstverständlich in die örtlichen Sportvereine mit einbringen, zur Freiwilligen Feuerwehr gehen, beim Heimatverein mitmachen, im Chor mitsingen oder sich auch in Parteien oder Bürgerinitiativen engagieren. Und ich gehe noch einen Schritt weiter: Integration ist dann gelungen, wenn Zuwanderer nicht nur Fußball spielen, sondern auch in den Vorstand des Fußballvereins gewählt werden! Das müssen wir wollen, zulassen und aktiv fördern!“

Der Landrat stellte auf der Tagung auch die „Initiative Vielfalt und Zusammenhalt für Siegen-Wittgenstein“ vor und betonte: „Wir dürfen es nicht zulassen, dass gesellschaftliche Gruppen gegeneinander ausgespielt oder aufgehetzt werden: Flüchtlinge gegen Hartz IV-Empfänger, Christen gegen Moslems, Einheimische gegen Zuwanderer. Das gesellschaftliche Miteinander zu stärken, ist deshalb auch das Ziel der ‚Initiative Vielfalt und Zusammenhalt in Siegen-Wittgenstein‘“, so Müller.

"Integration ist ein Angebot, das auch angenommen werden muss"

DLT-Präsident Landrat Reinhard Sager hatte zur Eröffnung der Tagung formuliert: „Die Landkreise können die herausfordernde Integration von Flüchtlingen in Gesellschaft und Arbeitsmarkt meistern. Integration darf nicht scheitern. Gerade die Landkreise haben ein ausgeprägtes Interesse daran und sind der Ort, an dem wesentliche Weichen für eine gelingende Integration gestellt werden“, so Sager: „Wir sind uns aber bewusst, dass dafür auch politische, rechtliche und finanzielle Rahmenbedingungen von Bund und Ländern gesetzt werden müssen, die diese kommunale Aufgabe bestmöglich unterstützen.“

Mit Blick auf die Flüchtlinge betonte Sager aber auch: „Integration ist ein Angebot, das auch angenommen werden muss. Daher ist an die Menschen, die zu uns gekommen sind, zu appellieren: Zeigen Sie uns, dass Sie die Integration in unsere Gesellschaft auch wirklich wollen. Bekennen Sie sich vorbehaltslos zu den Werten, die für uns alle – für Deutsche ebenso wie für die Menschen, die neu zugewandert sind – verbindlich im Grundgesetz niedergelegt sind.“ Ein Gedanke, den auch Andreas Müller aufgriff: „Integration ist kein einseitiger Prozess. Auch Zuwanderer und Flüchtlinge müssen sich aktiv integrieren wollen und bereit sein, die Regeln, die bei uns gelten, zu akzeptieren. Denn wir können kein Interesse daran haben, dass Parallelgesellschaften entstehen. Hier müssen wir viel Vermittlungsarbeit leisten.“

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