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Längere und flexiblere Öffnungszeiten in drei Kitas
Kreisverwaltung schlägt Pilotprojekt zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf vor

15.11.2016

Drei Kindertagesstätten in Siegen-Wittgenstein könnten ab August 2017 erweiterte und flexiblere Rahmenöffnungszeiten zwischen 6:00 und 19:00 Uhr anbieten – die AWO-Kitas Laubfrosch in Bad Berleburg, Pfingstweide in Bad Laasphe und Friedenshortstraße in Freudenberg. Das schlägt die Kreisverwaltung Siegen-Wittgenstein dem Kreistag vor. Der Jugendhilfeausschuss wird am 29. November erstmals über dieses Pilotprojekt beraten.

Ziel der Kreisverwaltung ist es, das familienfreundliche Profil des Kreises Siegen-Wittgenstein weiter zu schärfen und Eltern zu helfen, Familie und Beruf noch besser miteinander vereinbaren zu können. Das Angebot richtet sich insbesondere an Alleinerziehende und Eltern im Schichtdienst, aber auch an Studenten oder andere Berufstätige, von denen immer flexiblere Arbeitszeiten gefordert werden.

Maximale Betreuungszeit ändert sich nicht

Der Vorschlag der Kreisverwaltung beinhaltet, dass auch mit längeren täglichen Öffnungszeiten die Kinder insgesamt nicht länger, aber zu anderen Zeiten betreut werden, die dem Bedarf der Familie entsprechen. So können Eltern auch in diesen drei Pilot-Kitas künftig maximale Betreuungszeiten von bis zu 45 Stunden pro Woche buchen. Zudem geht es nicht um eine „Verwahrung“ der Kinder, macht die Kreisverwaltung deutlich. Auch die Betreuungszeiten am frühen Morgen, spätnachmittags oder abends müssen Teil des pädagogischen Konzepts der Kita sein. Die zusätzlichen Öffnungszeiten müssen darüber hinaus mit zusätzlichen pädagogischen Fachkräften abgedeckt werden.

Das erweiterte Angebotszeiten für Kinderbetreuung nötig sind, ist bundesweit unbestritten. Laut Statistischem Bundesamt arbeiteten im Jahr 2010 rund 60 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland ständig, regelmäßig oder gelegentlich nach 18:00 Uhr und über 15 Prozent in Schichtarbeit. Genau für diese Familien sind die Flexi-Öffnungszeiten gedacht. Auch die Bundesagentur für Arbeit spricht sich daher schon seit längerem für flexiblere und längere Kita-Öffnungszeiten aus, um insbesondere Frauen und Alleinerziehenden bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu schaffen – was gerade auch im Kreis Siegen-Wittgenstein mit seiner unterdurchschnittlichen Frauenerwerbsquote hilfreich sein könnte.

Arbeitgeber, Gewerkschaften, Städte und Gemeinden unterstützen KitaPlus

Auch das IHK-Unternehmensbarometer zur Kinderbetreuung aus dem Jahre 2014 hat ergeben, dass sich 90 Prozent der befragten Unternehmen längere Kita-Öffnungszeiten und 79 Prozent flexiblere Betreuungszeiten wünschen. Eine kürzlich von der IHK Siegen durchgeführte Umfrage kommt zu ähnlichen Ergebnissen. Die Umfrage ist mit einer Beteiligungsquote von 8 Prozent zwar nicht repräsentativ, die Ergebnisse untermauern aber den Bundestrend: 160 Unternehmen, die 12 Prozent der Arbeitnehmer in der Region abbilden, haben geantwortet. 88,8 Prozent finden die Idee einer flexibleren Kita-Betreuung „eher gut“ bis „sehr gut“. Rund zwei Drittel glauben, dass erweiterte Kita-Öffnungszeiten ihnen bei der Anwerbung von Fachkräften helfen könnten. Etwas mehr als ein Drittel (34,7 Prozent) sagten, dass erweiterte Kita-Betreuung in erreichbarer Nähe für Eltern aus ihrer Belegschaft interessant wäre.

Der Bund fördert längere und flexiblere Öffnungszeiten im Rahmen des Programms „KitaPlus“ mit jährlich bis zu 200.000 Euro pro Einrichtung. Das Programm wird vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB), der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, der Bundesagentur für Arbeit, dem Deutschen Städtetag und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund gemeinsam getragen.

Landrat: Im Gleichklang mit Stadt Siegen Kitaangebot weiterentwickeln

Die Elterninitiative „Alternative Lebensräume“ aus Kreuztal hat sich bereits erfolgreich um „KitaPlus“-Mittel beworben und kann deshalb künftig in der von ihr getragenen Kita Kasimir längere Öffnungszeiten anbieten. Die Umsetzung hat bereits begonnen.

Andere Kitaträger in Siegen-Wittgenstein haben sich bisher gescheut, das komplizierte Antragsverfahren in Angriff zu nehmen. „Wir als Kreisverwaltung werden die drei AWO-Kindergärten gerne bei diesem Verfahren unterstützen“, sagt Landrat Andreas Müller. Um Eltern, die die flexibleren Öffnungszeiten in Anspruch nehmen möchten, eine Planungssicherheit zu geben, schlägt die Verwaltung vor, vorsorglich 100.000 Euro für die längeren Kita-Öffnungszeiten in den Haushalt 2017 einzustellen – für den Fall, dass keine Bundesmittel eingeworben werden können.

„Mit den erweiterten und flexibleren Öffnungszeiten entwickelt der Kreis seine Angebote im Gleichklang mit der Stadt Siegen“, unterstreicht der Landrat weiter. Im Bereich des Jugendamtes der Stadt Siegen bietet die Kita Gläserstraße nämlich bereits seit 1. Oktober erweiterte Öffnungszeiten im Rahmen des Modellprojektes des Bundes an.

Ursprünglich hatte die Kreisverwaltung bereits im September eine Vorlage zu flexibleren und längeren Kita-Öffnungszeiten in den Jugendhilfeausschuss einbringen wollen. Im Vorfeld wurde aber deutlich, das noch Abstimmungs- und Klärungsbedarf bestand. Da die offenen Fragen inzwischen aufgearbeitet wurden, kann die Vorlage nun am 29. November erstmals beraten werden.

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