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Miteinander statt übereinander reden:
Treffen zwischen Initiative »Vielfalt und Zusammenhalt für Siegen-Wittgenstein« und »Rundem Tisch der Religionen«

06.09.2017

Zu einem intensiven und offenen Austausch zum Thema Religion haben sich jetzt Vertreter des „Runden Tisches der Religionen“ mit Landrat Andreas Müller und den anderen Gründern der Initiative „Vielfalt und Zusammenhalt für Siegen-Wittgenstein“ getroffen. Gemeinsam mit zwölf Persönlichkeiten, die für verschiedene Institutionen und Gesellschaftsbereiche des Kreises stehen, hatte der Landrat die Initiative 2016 ins Leben gerufen. Mit ihr wollen die Verantwortlichen nicht nur deutlich Position gegen Diskriminierung und Ausgrenzung beziehen, sondern auch konkrete Maßnahmen und Projekte unterstützen, die die Vielfalt und den Zusammenhalt unserer Gesellschaft fördern.

„Brücken“ auch im Glauben bauen

Zu diesen Projekten zählt auch der „Runde Tisch der Religionen“. „Wo stehen Sie aktuell?“, fragte Andreas Müller beim Treffen direkt in die Runde. Die Teilnehmer des „Runden Tisches“, zu denen u.a. Vertreter der katholischen und evangelischen Kirche sowie auch Muslime und Menschen jüdischen Glaubens zählen, hatten einiges zu berichten. Seit 2001 kommen sie bei wöchentlichen Treffen und gemeinsamen Aktionen zusammen, lernen sich und ihre Religionen besser kennen: „Wir wollen uns miteinander unterhalten statt übereinander“, erklärte Önder Sahin von der DITIB Selimiye Moschee. Der Siegener kam 1972 nach Deutschland und ist heute als Ingenieur für Brückenbau tätig: „Die Brücken möchte ich auch im Glauben bauen“, sagt er. Dass das oft nicht einfach ist, weiß auch Gül Ditsch, ebenfalls Teilnehmerin am „Runden Tisch“: „Am Anfang gab es viele Probleme“, erzählt sie. „Besonders die Vielfalt des muslimischen Glaubens ist an unserem Tisch leider noch nicht abgebildet“, ergänzt Günther Hensch vom Institut für Kirche und Gesellschaft.

Ins Gespräch kommen und Vorurteile abbauen

Die Teilnehmer bemühen sich deshalb, den „Runden Tisch der Religionen“ in der Öffentlichkeit bekannter zu machen. So waren sie zum Beispiel auch beim diesjährigen Kreiskirchentag in Siegen dabei. „Wir waren positiv überrascht, wie intensiv wir mit Menschen ins Gespräch gekommen sind“, berichtet Günther Hensch. Miteinander ins Gespräch kommen und Vorurteile abbauen – das wünscht sich der „Runde Tisch“ auch für die Zukunft. Uwe Weinhold, Islambeauftragter der Kreispolizeibehörde, möchte zum Beispiel Muslime zur Polizei einladen, um Ängste abzubauen und Vorurteile auszuräumen. Außerdem ist eine Podiumsdiskussion zwischen Superintendent, Dechant und Imam geplant. Annegret Mayr, Islambeauftragte der Ev. Nikolaikirche, wünscht sich „Patenschaften“ zwischen christlichen Jugendlichen und jungen Menschen anderer Glaubensrichtungen. Landrat Andreas Müller versicherte den Vertretern des „Rundes Tisches“, dass sie auch weiterhin mit der Unterstützung des Kreises rechnen können. Am Ende des Austauschs waren sich die Teilnehmer einig: Vor allem die Kommunikation nach außen muss sich ändern. Ulf Richter, Kanzler der Universität Siegen, betonte: „Wir müssen den vielen kritischen Botschaften viele positive entgegensetzen.“

 

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