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30. Studienpreisverleihung des Kreises
Christopher Weidt und Matthias Opitz für herausragende Arbeiten ausgezeichnet

10.04.2017

Christopher Weidt und Matthias Opitz wurden jetzt mit dem Studienpreis des Kreises Siegen-Wittgenstein ausgezeichnet. Weidt hatte in seiner rechtswissenschaftlichen Dissertation den „Missbrauch relativer Nachfragemacht in Geschäftsbeziehungen“ bearbeitet. Matthias Opitz führte in seiner Arbeit für die erste Staatsprüfung zum Lehramt eine empirische Untersuchung zu Siegerländer Erinnerungsorten durch.

„Beide Arbeiten sind von einer außergewöhnlichen Güte und haben eine hohe Relevanz für die Region“, machten die beiden Laudatoren Prof. Dr. Peter Krebs und Prof. Dr. Bärbel Kuhn deutlich. Landrat Andreas Müller und Prorektor Prof. Dr. Peter Haring Bolivar überreichten die Auszeichnung, die mit insgesamt 1.250 Euro dotiert ist.

Zu der Preisverleihung in der Aula des Kulturhauses Lÿz waren Familienangehörige, Freunde und weitere Gäste geladen, denen die beiden Preisträger auch die wesentlichen Ergebnisse ihrer Arbeiten vorstellten.

Missbrauch von Nachfragemacht

Christopher Weidt hatte sich mit der Frage beschäftigt, welche Auswirkungen es für Produzenten hat, wenn es für ihre Produkte nur wenige Abnehmer gibt – etwa auf dem Lebensmittelmarkt, der von einigen wenigen Einzelhandelsketten dominiert wird. Diese versuchen den Produzenten die Preise zu diktieren. Hersteller wehren sich aber nur selten gegen diese Markmacht, weil sie Angst haben, „ausgelistet“ zu werden. Wenn aber eine Lebensmittelkette die Produkte eines Herstellers komplett aus dem Sortiment nimmt, kann das für diesen existenzbedrohend sein. Deshalb schlägt Christopher Weidt in seiner Arbeit als neue Art der Sanktion ein „Auslistungsverbot“ vor. Dies würde Einzelhändler zwingen, Produkte zu einem festgelegten Preis weiter anbieten zu müssen, wenn ihnen Missbrauch von Nachfragemacht nachgewiesen wurde.

Siegerländer Erinnerungsorte

Matthias Opitz beschäftige sich in seiner Arbeit mit Siegerländer Erinnerungsorten. Dazu führte er fünf Gruppendiskussionen durch. In denen wurde deutlich, dass Erinnerungsorte nicht nur „Orte“ im räumlichen Sinne sein können – wie z.B. der Kaufhof, Henner und Frieder oder die Siegerländer Brauereien – sondern auch Traditionen (Backesfeste, Siegerländer Platt), Personen (Friedrich Flick, Hans Reinhard) oder Ereignisse (Haubergsordnung von 1562, Luftangriff auf Siegen). Insgesamt machte Opitz 16 Siegerländer Erinnerungsorte aus. Seine interessante Erkenntnis: Zwischen den fünf Gruppen gab es keinerlei Überschneidungen der Erinnerungsorte. Deshalb kommt Opitz zu dem Ergebnis, dass Erinnerungsorte weniger Kristallisationspunkte allgemeiner Erinnerungen sind, sondern vielmehr Schnittpunkte individueller Erinnerungen von Menschen aus ähnlichen Strukturen.

Uni und Region profitieren von einander

Zu Beginn der Preisverleihung hatten Landrat Andreas Müller und Prof. Peter Haring Bolivar deutlich gemacht, dass die Region und die Universität enorm voneinander profitieren: Auf der einen Seite belebt die Universität die Region, z.B. durch den Umzug der Wirtschaftswissenschaften vom Haardter Berg ins Untere Schloss. Sie holt aber auch junge Menschen nach Siegen-Wittgenstein und bilde den Fachkräftenachwuchs aus, den die Unternehmen im Dreiländereck dringend benötigen. Zugleich profitiert die Universität vom Austausch mit Unternehmen und der Kooperation mit regionalen Partnern.

Der Studienpreis des Kreises Siegen-Wittgenstein wurde 1987 vom Kreistag ins Leben gerufen, um die Bedeutung der Universität Siegen und der Forschungs- und Bildungsarbeit für die Entwicklung der Region hervorzuheben. Er wurde in diesem Jahr bereits zum 30. Mal verliehen. Mit dem Studienpreis werden herausragende praxisorientierte wissenschaftliche Abschlussarbeiten im kulturellen, gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Bereich gewürdigt.

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