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2. Mobilitätskonferenz des Kreises zu Elektromobilität
Landrat „Mitentscheiden, wohin die Fahrt geht“

11.04.2017

„Die Durchsetzung der Elektromobilität hängt unter anderem von sozialen und kulturellen Veränderungen ab“, das machte Dr. Jürgen Daub vom Regionalen Mobility Netzwerk REMONET jetzt auf der 2. Mobilitätskonferenz des Kreises Siegen-Wittgenstein deutlich. Landrat Andreas Müller hatte zu der Veranstaltung unter dem Titel: „Mobilität – echt elektrisch in Siegen-Wittgenstein?!“ eingeladen. Rund 80 Interessierte waren dazu ins Kulturhaus Lÿz gekommen, unter ihnen auch einige Schüler einer 10. Klasse der Bertha-von-Suttner-Gesamtschule in Siegen mit ihrer Lehrerin.

Auch Landrat Andreas Müller machte in seinem Statement deutlich, dass Mobilität vor gewaltigen Umbrüchen steht, die Auswirkungen auf jeden Einzelnen und sein persönliches Verhalten haben werden und müssen, wenn sie gelingen sollen: „Klar ist: Wir stehen am Anfang einer Entwicklung. Aber genau diese Anfänge sind immer die Zeitpunkte, zu denen die Weichen gestellt werden. Am Anfang wird die Richtung vorgegeben“, so der Landrat: „Und hier wollen wir nicht nur Zuschauer sein, sondern selbst die Hand an den Stellwerkshebel legen, um mitzuentscheiden, wie die Weichen gestellt werden und wohin die Fahrt geht.“ Das geschehe auch mit den Mobilitätskonferenzen, deren Ergebnisse in die Erstellung eines Mobilitätskonzeptes für den Kreis Siegen-Wittgenstein mit einfließen sollen.

Das Programm der Mobilitätskonferenz bestand sowohl aus Vorträgen zu grundsätzlichen Fragestellungen, also auch aus Erfahrungsberichten zu bereits laufenden Projekten. Den Auftakt machte Prof. Dr.-Ing. Benedikt Schmülling von der Bergischen Universität Wuppertat. Er macht deutlich, warum Elektromobilität ein Erfolg werden muss: Insbesondere um den CO2-Ausstoß zu verringern und z.B. innerstädtische Gebiete von Emissionen frei zu halten. Insbesondere die Emissionsfreiheit werde in Zeiten drohender Fahrverbote für „fossile“ Pkw in Innenstädten immer wichtiger. „Aber auch die fallenden Anschaffungskosten und die steigenden Reichweiten werden zukünftig viel mehr Menschen dazu bewegen, die Anschaffung eines E-Autos in ernsthaft in Betracht zu ziehen“, ist Prof. Schmülling überzeugt.

In seinem Vortrag „Die Zukunft shared elektrisch“ präsentierte Christian Uhlich, Projektmanager eCarSharing bei der Innogy SE, zunächst bundesweite Zahlen zur Verfügbarkeit von CarSharing. Darüber hinaus stellte er das Projekt RUHRAUTOe und Beispiele zur gemeinsamen Nutzung von E-Autos durch Kommunen und Bürger vor. Sein Resümee: „(E)Car-Sharing ist der Trend in Deutschland!“

Sven Habedank von der Kreisverwaltung des Rhein-Sieg-Kreises konnte berichten, dass Elektromobilität im Radverkehr den Durchbruch längst geschafft habe. Elektroräder böten vor allem in bergigen Gebieten neue Möglichkeiten, umweltverträglich und flexibel unterwegs zu sein. „Jetzt gilt es, diese Chancen auch für die Alltagsmobilität, z.B. für Pendler auf dem Weg zur Arbeit, zu nutzen“, sagte Habedank: „Mit dem Pilotprojekt ‚Ein Rad für alle Fälle‘ möchte der Rhein-Sieg-Kreis möglichst vielen Autofahrern die Möglichkeit bieten, diese gesunde Art der Fortbewegung über einen längeren Zeitraum auszuprobieren.“

Hans Georg Castellan, Geschäftsführer der gleichnamigen AG aus Kreuztal, beschäftigt sich in seinem Beitrag mit der Ladesäuleninfrastruktur für elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge. Er stellte fest, dass in der Paketzustellung zunehmend auf Elektrofahrzeuge zugegriffen werde und es in diesem Bereich enorme Zuwächse gebe. Deshalb kommt er zu dem Schluss: „Ein Kernauftrag für die Zukunft ist es, die E-Netze zu stabilisieren, um den steigenden Anteil der elektrobetriebenen Nutzfahrzeuge bedienen und versorgen zu können.“

In einer weiteren Gesprächsrunde berichtete der Ortsvorsteher von Grund, Martin Born, über das Elektroauto, das der Energieverein für das ganz Dorf angeschafft hat und betreibt. Und Achim Loos, Ortsvorsteher von Oberfischbach, informierte über das Projekt „Dörfer mobil“, bei dem sieben Dörfer und die Ev. Kirchengemeinde Oberfischbach zusammenarbeiten und im ersten Schritt einen Elektro-Kleinbus in Betrieb genommen haben.

Die Präsentationen der 2. Mobilitätskonferenz können hier eingesehen werden. Weitere Mobilitätskonferenzen zu anderen Themen sind geplant, bei denen wieder alle Interessierten zur Mitarbeit eingeladen werden.

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