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Sammeln von Pilzen

Jedes Jahr zum Herbst hin bereiten sich viele Liebhaber von Pilzgerichten vor, in die Wälder auszuschwärmen, um möglichst als Erste an der Stelle zu sein, an der man im letzten Jahr so viele Pilze gefunden hat. Eine Pfanne voll mit frischen Steinpilzen oder Champignons ist für Liebhaber ein Genuss, auf den es sich lohnt, ein ganzes Jahr zu warten. Beim Sammeln für den eigenen Verbrauch sollte man aber einen Teil der Pilzfruchtkörper im Wald stehen lassen, um die Vermehrung und Verbreitung der Pilze durch Sporen nicht zu beeinträchtigen. Wichtig ist, dass man Pilze beim Sammeln nicht herausreißt, sondern abschneidet oder vorsichtig herausdreht, um das Fadengeflecht im Boden nicht zu zerstören.

Um eine Übernutzung zu unterbinden hat der Gesetzgeber diese Schwierigkeit aufgegriffen und das gewerbliche Sammeln von Pilzen verboten (§ 61 Landschaftsgesetz NRW). Sammler die eine größere Menge aus dem Wald schaffen, müssen mit einer Anzeige und einem Ordnungswidrigkeitenverfahren rechnen.

Glücklicherweise gedeihen in unserer Region die essbaren Pilze noch in ausreichender Anzahl. Rigorose Sammelverbote, wie sie z. B. aus Österreich oder Norditalien bekannt sind, scheinen (noch) nicht erforderlich zu sein. Dennoch sollte sich jeder Pilzsammler vor Augen halten, dass er dem fein abgestimmten Naturhaushalt etwas entnimmt, wobei ein Zuviel der Entnahme zu Schäden im ökologischen Gleichgewicht führen kann.

Pilze erfüllen wichtige Aufgaben in der Natur

Als Zersetzer von organischen Materialien (Laub, Holz, tote Tiere, etc.) leisten sie einen häufig unterschätzten Beitrag im Naturhaushalt. Viele Großpilze leben auf Resten verwesender Pflanzen oder in der Laubstreu und tragen zum endgültigen Abbau von totem Gewebe bei. Eine andere Gruppe, die sogenannten Mycorrhizapilze, bilden mit Wurzeln der verschiedensten Baum- und Straucharten, deren Wachstum sie fördern, eine nützliche Lebensgemeinschaft. Die Mycorrhizapilze, zu denen z.B. die Röhrlinge (z.B. Steinpilz) und Täublinge gehören, überziehen die Baumwurzeln handschuhförmig mit einem sehr feinen Gewebe, das mit den Wurzeln vollkommen verwächst. Es übernimmt beim Baum die Funktion der Wurzelhaare und verbessert auf diese Weise die Aufnahme von Wasser und Mineralstoffen. Als Gegenleistung liefert der Baum dem Pilz Zuckerverbindungen, die er für sein Wachstum benötigt. Nur wenige Pilze sind reine Schmarotzerarten, die auf lebenden Pflanzen wachsen und im Forst vor allem dann Schaden anrichten können, wenn z.B. durch Luftverunreinigung gewisse Vorschädigungen bereits vorhanden sind.

Das, was gemein hin als Pilz bezeichnet wird, ist bei genauerem Hinsehen nur sein Fruchtkörper. Der eigentliche Pilz hingegen wächst im Boden, in der Streu oder im Todholz und besteht aus einem weitverzeigten Fadengeflecht, das Mycel genannt wird. Ist die richtige Jahreszeit gekommen und herrschen gewisse Temperaturverhältnisse, so wachsen aus den winzigen Fruchtkörperanlagen am Mycel die meist oberirdischen oder an Stämmen sitzenden, oft schirmförmigen Gebilde, die jeder als Pilz kennt. Diese Fruchtkörper bilden Sporen aus, die der Vermehrung dienen. Sie sind staubförmig klein und werden durch den Wind über große Entfernungen verbreitet. Ein Intensives Absammeln der Pilze führt deshalb zu einer Verminderung des Sporenangebots und damit zu einer Reduzierung der in den folgenden Jahren wachsenden Pilzmenge.

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